Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist jünger als 30. Eine große Anzahl junger Menschen unter 25 Jahren lebt im Nahen Osten sowie auf dem asiatischen und dem afrikanischen Kontinent.
Angetrieben von der Schnelle des technologischen Wandels, von Gewalt, ‚Big Money‘ (1), Kriegen, Korruption, Verworrenheit und klimatischen Veränderungen, befinden sich heutzutage die Individuen in einer allgemeinen Krise.
Über Jahrzehnte ist die treibende Kraft der Geschichte, die die Intentionalität des Bewusstseins trägt, immer wieder ins Stocken geraten, während sich ein Abgrund zwischen zwei Welten aufgetan hat. Eine Welt, die den Überresten eines prinzipienlosen Pragmatismus und den verfallenden Mythen von Frieden und Wohlstand der westlichen Welt entspricht, und diese andere Welt, die einer neuen Art des Daseins in der Welt entspricht, welche aus der weitverbreiteten Krise und den Paradoxien unserer Zeit entsteht.
Während die allgemeine Krise zunimmt, kollidiert sie mit der etablierten Struktur und der prägenden Erfahrung (2) von Generationen, die vor 1996 geboren sind.
Und da die Krise in allen Bereichen menschlichen Tuns wächst, hegen auch viele die Annahme, dass es unmöglich ist, die Richtung der zunehmenden Gewalt in der Gesellschaft zu ändern. In der Tat verstehen sie nicht, dass es unser Glaubenssystem ist, das in der Krise steckt, hauptsächlich weil es auf einem vergangenen Moment der Menschheitsgeschichte basiert und auf dem Glauben an die Passivität des menschlichen Bewusstseins (3).
Im Laufe der Zeit ist diese Sicht auf das menschliche Bewusstsein für die meisten Generationen in den Gesellschaften zu einer Lebenseinstellung geworden und dient den Mächtigen. Doch mittlerweile ist diese Lebenseinstellung wegen des Elends von Milliarden von Menschen in dieser sich wandelnden Welt außer Takt geraten.
Jedoch entwickelt sich im Fortschreiten der weitreichenden und globalen Krise unter den neuen Generationen eine andere Zukunft und ein neuer Sinn.
Eine neue Zukunft erwacht
Heute ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung jünger als 30 Jahre. Eine große Anzahl junger Menschen unter 25 Jahren lebt im Nahen Osten sowie auf den asiatischen und afrikanischen Kontinenten. In den Ländern der nördlichen Halbkugel hingegen gibt es eine hohe Anzahl von Menschen über 30 und 40 Jahre.
Jugend ist die Zukunft der Menschheit. Junge Menschen wollen die Zukunft aktiv gestalten, leben aber in vielen Ländern unter fragilen Umständen wie Kriegen, zunehmender Gewalt, fehlender Arbeit, sowie Armut, Diktatur, Korruption und Klimakatastrophen.
Jonathan Haidt, Autor des Buches The Anxious Generation und Professor für Sozialpsychologie an der New York University, erklärt, wie die prägende Landschaft der neuen Generationen zu einer Epidemie psychischer Erkrankungen bei vielen Menschen geführt hat, die nach 1996 geboren sind. Er erläutert, wie diese jüngeren Generationen eine Form von Angst erleben.
Haidt vermutet, dass junge Menschen unter einem geschwächten psychologischen Immunsystem leiden. Er erklärt, wie die Fähigkeit eines heutigen Kindes, die Frustrationen, die kleineren Unfälle, die Neckereien, die Ausgrenzungen und die weltweit wahrgenommenen Ungerechtigkeiten zu bewältigen, zu verarbeiten und zu überwinden, im Vergleich zu früheren Generationen stark abgenommen hat.
Laut dem Forscher führt diese psychologische Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems, welches die jungen Menschen erfahren, dazu, dass sie in inneren Aufruhr geraten.
Andererseits geht der Forscher nicht auf das Thema Sensibilität ein, das von Generation zu Generation unterschiedlich ist. Außerdem redet er nicht über die Bewusstseinsaktivitäten, die sich ebenfalls von einer Generation zur anderen unterscheiden.
Vielleicht sind es die vorherigen Generationen, die an einer Art fehlenden Sensibilität leiden und die eine fehlerhafte Perspektive haben, wenn sie sich mit Themen wie zunehmender Gewalt, Klimawandel, Kriegen und Korruption auseinandersetzen.
Vielleicht glauben die Generationen an der Macht, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie blutige Rachekriege unterstützen und finanzieren, in denen weltweit Zehntausende Frauen und Kinder ermordet und ausgehungert werden?
Vielleicht glauben diese Generationen, dass sie die besten Entscheidungen treffen während sie gleichzeitig zum Klimawandel beitragen, indem sie große Öl- und Gaskonzerne finanzieren, die Milliarden von Tonnen Treibhausgasen (THGs) erzeugen, oder indem sie öffentliche Mittel zur Finanzierung ihrer territorialen Kriege verwenden, anstatt die Steuergelder in qualitativ hochwertige Bildungs- und Gesundheitsleistungen zu investieren?
Verhalten außer Takt
Wenn wir die intergenerationelle Variabilität genauer betrachten, scheint einer der wichtigsten Faktoren, die den Wandel zu einer besseren Welt hinauszögern, gerade die prägende Erfahrung der Generationen zu sein, die vor 1996 geboren sind, da ihr Verhalten in Zeiten schnellen Wandels aus dem Takt gerät.
In gewisser Weise ist es ironisch, dass viele ältere Generationen annehmen, dass die Jugend ein Problem mit der sozialen Anpassung an die Gegenwart hat. Jedoch, es sind gerade die älteren Generationen, die Schwierigkeiten haben, die gegenwärtige Situation und die allgemeine Krise zu erkennen.
Generation Z und die neuen Generationen formen aktuell eine prägende Landschaft (4), die kaum Ähnlichkeiten aufweist mit der der älteren Generationen vor 1996. Die ältere Generation wird der Jugend keine Hilfe sein, indem sie annimmt, diese hätten Probleme, oder in sie psychotrope Medikamente hineinpumpt auf Grund von Kriterien, die einer anderen Epoche entsprechen. Ältere Generationen müssen versuchen anzuerkennen, dass die jüngeren Generationen ihre Art und Weise des Handelns und Denkens haben, die der sich wandelnden Zeit entsprechen.
Was ich sagen will, ist, dass die raumzeitlichen Ereignisse, in denen junge Menschen heute geformt werden und sich entwickeln, sich in einer anderen Geschwindigkeit, einer anderen Intensität und einem anderen Ausmaß abspielen als die Ereignisse, in denen ältere Generationen geformt wurden und sich entwickelten. Mit anderen Worten: Die Psyche – der Sinnesapparat, der Gedächtnisapparat und der aktuelle Apparat der Wahrnehmungen (5) des jungen Menschen – ist nicht auf denselben Rhythmus eingestimmt wie der einer Person aus einer anderen Generation.
Darüber hinaus ist Z (geboren zwischen 1996 und 2010) die erste Generation, die in den sie prägenden Jahren mit digitalen Geräten aufgewachsen ist, die weltweit mit virtuellen Umgebungen verbunden waren.
Generation Z hat persönliche und soziale Verhaltensweisen auf Basis interaktiver technischer Funktionen kodiert (interaktive Gerätesysteme der Sozialisation)
Die Generationen vor Generation Z entwickelten ein passives soziales Verhalten gegenüber technologischen, Verbindungen herstellenden Systemen. Wir nannten dieses passive Verhalten: das Verhalten des Zuschauers. Der Zuschauer interagiert nicht direkt mit dem technischen Gerät. Er interagiert nicht aktiv mit den auf dem Bildschirm erscheinenden Bildern – oder jeglichen anderen Reizen. Der Zuschauer kann mittels des technischen Geräts weder kritisieren, widersprechen noch seine Meinung gegenüber anderen äußern. Während der Projektion der Bilder sitzt er schweigend, beobachtet die Bilder und hört den Geräuschen zu, die von diesem technischen System ausgehen.
So waren die älteren Generationen zum Beispiel in der Schule wie Zuschauer, sie waren passive Akteure, die schweigend Wissen und Know-how aufnahmen – diese Art von passivem Verhalten ist genau das, was Massenerziehung ausmacht. Tatsächlich wurden sie durch ein unidirektionales System sozialisiert und erzogen, hauptsächlich weil Bildung auf dem Glauben an die Passivität des menschlichen Bewusstseins basiert.
Im Gegensatz dazu Generation Z, die durch ein interaktives System sozialisiert wurde, in dem die Intentionalität des Bewusstseins (6) des Nutzers ständig durch die interaktiven Funktionen eines technischen Systems zu anderen Nutzern in weltweiten virtuellen Umgebungen aufrechterhalten wird. Die neue Generation ist sozial durch ein bidirektionales, interaktives technisches System geformt. Sie lernten, eine aktive Rolle einzunehmen in der Transformation virtueller Objekte.
Tatsächlich beteiligten sich die neuen Generationen, ohne es zu wissen, aktiv an der Entwicklung mehrerer Anwendungen und dienten sogar als Versuchskaninchen für die meisten sozialen Medienplattformen. Wenn zum Beispiel Big Tech wie Meta und Instagram ein Geschäftsmodell hätten, das Nutzer dafür bezahlt, dass sie ihnen bei der Entwicklung ihrer Plattformen durch die Nutzung interaktiver Funktionen helfen, würden junge Menschen erhebliche Dividenden erhalten.
Untersuchung der Interaktion und des Empfinden von Nutzern
Durch die Untersuchung der Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen, die in virtuellen Umgebungen Kontakte knüpfen und interagieren, konnte die Forscherin Ann Farrell das Bewusstsein und seine Mechanismen besser verstehen.
Diese Studie bietet eine interessante Perspektive darauf, warum Kinder und Jugendliche im heutigen Bildungssystem Anpassungsprobleme erleben, einem System, das im Wesentlichen unidirektionell und starr ist, und vor allem auf der Passivität des Bewusstseins im Prozess des Lernens, Denkens, Hervorbringens und Handelns basiert.
Kognitive und Verhaltens-Entwicklung der Generation Z
In der von ihr im Jahr 2008 durchgeführten Studie entdeckte Farrell, wie die Intentionalität des Bewusstseins die bidirektionale Beziehung zwischen der psychophysischen Struktur der jungen Nutzer, den anderen Nutzern und den virtuellen Funktionen eines technischen Netzwerksystems formalisiert und strukturiert. Farrell untersuchte die Formalisierung des Empfindens von Immersion, Präsenz und Ko-Präsenz durch die Psyche der Nutzer während der Interaktion in der virtuellen Umgebung.
Sie stellte fest, dass das Gefühl der Immersion dadurch entsteht, dass die Aufmerksamkeit von den Grenzen des Repräsentationsraums (6) abgewendet wird, indem die Aufmerksamkeit auf die Blickbewegung gerichtet wird. Laut Farrell erzeugt die Bewegung des Blicks das Gefühl, anderswohin transportiert zu werden.
Darüber hinaus nimmt die Forscherin an, dass der Zustand der inneren Präsenz in der virtuellen Umgebung stimuliert wird, sobald der Nutzer Immersion empfindet, welche durch die Intentionalität des Bewusstseins gehalten wird. Folglich erlebt der Nutzer, wenn er durch die Aktivierung interaktiver Funktionen eines technischen Geräts mit anderen interagiert, das Gefühl, externalisierte Bilder wahrzunehmen, was in Wirklichkeit aber die Perspektive seines eigenen Blicks ist.
Wenn ein erfahrener Nutzer – jemand, der mit einem technischen Gerät in der Hand geboren wurde – sich in einer virtuellen Umgebung bewegt, richtet sich seine Aufmerksamkeit auf die Bewegung des Blicks – und genau in diesem Moment entdecken wir einen bewussten Mechanismus, nämlich die Intentionalität des Bewusstseins. Tatsächlich kann der Nutzer, dank der Intentionalität des Bewusstseins, seine Aufmerksamkeit auf die Sinne in ihrer Bewegung richten und gleichzeitig den Akt der Darstellung im Wahrnehmungsfeld aufrechterhalten.
Der theoretische Rahmen der Forscher wurde aus den Konzepten der humanistischen universalistischen Psychologie entwickelt, die zwei Schwerpunktbereiche unterscheidet: der Bereich der Präsenz und der Ko-Präsenz (7). Der Präsenzbereich umfasst Wahrnehmung und Darstellung. Im Bereich der Ko-Präsenz erfasst man das Objekt im Detail, wie z. B. die Beziehungen zu anderen Objekten, die im Präsenzfeld nicht präsent sind, die aber mit dem Objekt verbunden sind.
Dieser Wandel im Verhalten vom passiven zum aktiven Akteur zwischen neuen und älteren Generationen ist besonders relevant in Kontexten, in denen sich die Welt in einer allgemeinen Krise befindet, die sich Tag für Tag verschärft.
Im Gegensatz zum Beispiel zur vorherigen Generation, die Hierarchien einhält, selbst wenn die entsprechende Handlung oder Maßnahme problematische Situationen für Menschen schafft, strebt Generation Z eine mehr horizontale Organisation der Gesellschaft an und hinterfragt die Hierarchien und Institutionen. Tatsächlich entbehren hierarchische Normen für viele junge Menschen oft für sie verständliche Rechtfertigungen.
Die jungen Menschen wollen aktiv involviert sein und scheuen nicht davor zurück, sich zu mobilisieren, wenn sie Unstimmigkeiten auf Seiten der Hierarchien und Institutionen bemerken, die zu mehr persönlichen und sozialen Problemen führen.
Mit Hilfe wird Aus-dem-Takt-Geratene Generation zum Aktiven Gestalter des Wandels
Generationen leben nicht nebeneinanderher noch separat und voneinander getrennt wie die meisten Soziologen uns glauben machen wollen. Vielmehr koexistieren Generationen, interagieren und transformieren sich gegenseitig. Generationen sind dynamische Strukturen und ermöglichen Veränderungen, weil sie Geschichte in Bewegung sind.
Laut José Ortega y Gasset hat jede Generation eine einzigartige Lebensweise (Überzeugungen, Ideen usw.), und zu jeder Zeit existieren mehrere Generationen gleichzeitig, verändern jeweils ihre Lebensweise und dadurch folglich die Veränderung der Gesellschaft. Orega erklärte, dass ohne diese dynamischen Strukturen die Zivilisation in einen Naturzustand verfallen und den Charakter einer Gesellschaft verlieren würde.
Durch die koexistierende Struktur und die dynamische Verbindung zwischen Generationen ist es möglich, dass sich die älteren Generationen in naher Zukunft ändern und neue Verhaltensweisen annehmen werden. Dann werden die Menschen erkennen, dass Bewusstsein eine zielgerichtete Aktivität ist, die zum rehabilitierenden Bild des Menschen beitragen kann – ein zielgerichtetes Wesen, das die Welt und sich selbst transformiert.
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Nachschlagewerke
Ammann, Luis, 2004, Selbstbefreiung: Theorie und Praxis, Paris: 320 S.
Farrell, A. 2008, Die Untersuchung von Empfindungen von Immersion, Präsenz und Kopräsenz bei jungen Menschen, die im virtuellen Raum interagieren, Université du Québec à Montréal, 2008, 150 S.
Farrell, A. 2015, Die Räumlichkeit des Bildes und der Nutzereindrücke in virtuellen Umgebungen, 15 S.
Silo. 2011, Notizen der Psychologie, Paris: Éditions Références, 347 S.
Anmerkungen
Die jungen Menschen interagieren mit Inhalten, die nicht immer angemessen sind und eine Form von Sucht bewirken können. Tatsächlich sollten Führungskräfte und Regierungen, anstatt junge Menschen zu zensieren, sich erheben und den Mut haben, die Big Tech, die die Verbreitung unangemessener Inhalte zulassen, zu sanktionieren.
- Big Money: Der Ausdruck „Big Money-Einfluss“ bezieht sich auf den erheblichen Einfluss, den große Finanzressourcen auf verschiedene Aspekte von Gesellschaft, Politik und wirtschaftlichen Entscheidungen haben können. Big Money kann Politik, Entscheidungen und gesellschaftliche Normen prägen, was oft zu dessen unverhältnismäßigem Einfluss auf Entscheidungsprozesse führt.
- Prägende Erfahrung: Erlernte und kodifizierte Verhaltensweisen und Taktiken werden durch die Biografie einer Person geformt und in der Kindheit und Jugend gebildet. Geteilt von einer Gruppe junger Menschen, die in einem bestimmten klar definierten Zeitraum geboren wurden.
- Menschliches Bewusstsein: Wir definieren Bewusstsein als 1) die Aufzeichnung durch den Apparat, der koordiniert und strukturiert, indem er mit Empfindungen, Bildern und Erinnerungen arbeitet. Dieser Apparat muss eine Beschaffenheit haben, die ihm trotz seiner Mobilität Einheit verleiht, da die von ihm erfassten Aktivitäten ebenfalls mobil sind. Dieser Apparat wird nicht bei Geburt gebildet, sondern scheint sich zu formen, wenn die Empfindungen des Körpers konstruiert werden. Dieses System der Wahrnehmung von Empfindungen, Bildern und Erinnerungen befindet sich im Körper und ist wiederum mit körperlichen Empfindungen verbunden. Dieser Apparat identifiziert sich manchmal mit dem Selbst, und diese Identifikation tritt auf, wenn körperliche Empfindungen im Gedächtnisfeld hinzugefügt und verändert werden. 2) Wir definieren Bewusstsein als das System der Koordination und Aufzeichnung, das von der menschlichen Psyche durchgeführt wird. Wir beziehen uns auf denselben Apparat aufgrund der verschiedenen Funktionen, die er erfüllt: Wenn er koordiniert, nennen wir ihn Koordinator, wenn er aufzeichnet, nennen wir ihn ein „Aufnahmegerät“.
- Prägende Landschaft Erlernte und kodifizierte Verhaltensweisen und Taktiken werden durch die Biografie einer Person geprägt und in der Kindheit und Jugend gebildet. Wir nennen die Gänze dieser Aufzeichnungen, die das biografische Substrat bildet, auf dem Gewohnheiten und wesentliche Persönlichkeitsmerkmale aufgebaut sind, die „Entwicklungslandschaft“. Die Bildung dieser Landschaft beginnt mit der Geburt. Die grundlegenden strukturierten Aufzeichnungen beinhalten nicht nur ein System aus Erinnerungen, sondern auch affektive Töne, die wir Klimata nennen. (Silo, Notizen zur Psychologie, S. 100)
- Apparat der Wahrnehmungen Der Apparat der Wahrnehmung von Empfindungen, Bildern und Erinnerungen befindet sich im Körper und ist wiederum mit körperlichen Empfindungen verbunden. Dieser Apparat identifiziert sich manchmal mit dem Selbst, und diese Identifikation tritt auf, wenn körperliche Empfindungen im Gedächtnisfeld hinzugefügt und verändert werden. 2) Wir definieren Bewusstsein als das System der Koordination und Aufzeichnung, das von der menschlichen Psyche durchgeführt wird. Wir beziehen uns auf denselben Apparat aufgrund der verschiedenen Funktionen, die er erfüllt: wenn er koordiniert, nennen wir ihn Koordinator, wenn er aufzeichnet, nennen wir ihn ein „Aufnahmegerät“
- Intentionalität des Bewusstseins Intentionalität: der grundlegende Mechanismus des Bewusstseins, durch den es seine Struktur erhält, indem es Handlungen mit Objekten verknüpft. Diese Verbindung ist nicht dauerhaft, wodurch sie die Dynamik des Bewusstseins ermöglicht, indem Handlungen immer auf der Suche nach Objekten sind. Diese Intentionalität, stets auf die Zukunft ausgerichtet, wird als suchende Spannung registriert.
- Passivität des menschlichen Bewusstseins Alte Vorurteile über die menschliche Natur und die Passivität des Bewusstseins durchdringen noch immer die Ansichten sozialer, politischer und kultureller Institutionen. Diese Sicht begrenzt die transformativen Fähigkeiten des Menschen und das Phänomen des menschlichen Bewusstseins. Diese Darstellung von Menschen geht von einem Wesen aus, das von sich selbst und seinem psychischen Funktionieren abgeschottet ist. Diese Sichtweise auf das Bewusstsein und den menschlichen Geist, wie sie hauptsächlich von Wissenschaft und traditioneller Psychologie dargestellt wird, ist ein völliges Versagen und stützt nicht den evolutionären Prozess und die Anpassung der menschlichen Spezies.
- Darstellungsraum: In unserer Forschung betont die Forscherin die theoretische Bedeutung des Darstellungsraums, denn mit dieser Art die Bewusstseinsaktivität in der Welt zu verorten, wird es uns möglich, zu verstehen wie die Intentionalität des Bewusstseins auf die sogenannten inneren und äußeren Umgebungen gerichtet ist – und folglich auf die virtuelle Welt. Es ist eine Art mentaler Bildschirm, auf den Bilder, gebildet aus sensorischen Reizen, Erinnerungsreizen und bewusster Aktivität, projiziert werden. Neben der Funktion als Bildschirm wird er geformt aus den gesamten inneren Darstellungen des kinästhetischen Sinnes. Der Raum der Darstellung beinhaltet Orientierungspunkte, ein Volumen und eine Tiefe, die es uns ermöglichen, anhand des Standorts des Bildes festzustellen, ob die Phänomene aus der inneren oder äußeren Welt stammen. (Quelle: Amman, 2004, S. 281)
- Subjekt-Bewusstsein-Welt: Die psychophysische Struktur des Menschen, des Bewusstseins und der Umwelt bilden eine Struktur, die wir die Welt nennen.
- Präsenzfeld und Ko-Präsenzfeld sind Aufmerksamkeitsfelder, die durch Motivation funktionieren, durch etwas, das auf eine bestimmte Weise das Bewusstsein beeindruckt und eine Aufzeichnung liefert. Der Reiz, der Interesse weckt, kann im zentralen Aufmerksamkeitsfeld bleiben, das wir das Präsenzfeld nennen und das mit der Wahrnehmung zusammenhängt. Alles, was nicht streng mit dem zentralen Objekt verbunden zu sein scheint, wird in der Aufmerksamkeit verwässert und begleitet die Präsenz des Objekts durch assoziative Beziehungen zu anderen Objekten, die nicht präsent, aber mit ihm verbunden sind. Dieses Aufmerksamkeitsphänomen wird als Bereich der Ko-Präsenz bezeichnet und steht im Zusammenhang mit dem Gedächtnis. Ko-Präsenz ermöglicht es uns, die neuen Daten zu strukturieren, und wir sagen: Indem wir einem Objekt Aufmerksamkeit schenken, wird das Offensichtliche zur Gegenwart, und das, was nicht offensichtlich ist, wirkt auf ko-präsente Weise. Das Bewusstsein agiert somit Auf Grund von Wahrnehmung und strukturiert immer mehr als das, was es wahrnimmt, und geht über das beobachtete Objekt hinaus. Zusammenfassend sagen wir, dass das Ko-Präsente die Speicherung des aktualisierten und mit der Wahrnehmung abgeglichenen ist, auf welche Art das Bewusstsein mehr ableitet als es wahrnimmt, und dieses Phänomen sehen wir in der Praxis als die elementarste Funktion des Glaubens.
- Blick: ist ein komplexer, aktiver Akt, der Landschaften organisiert, nicht einfach ein passiver Akt des Empfangs externer Informationen (Daten, die die äußeren oder inneren Sinne erreichen, z.B. Empfindungen meines eigenen Körpers, Erinnerungen und Wahrnehmungen). Die gegenseitigen Implikationen von Aussehen und Landschaft interagieren zwischen verschiedenen Gruppen, Menschen und Generationen.
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Ursula Nollenberger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










