Die „AI for Good Global Commission“ wird auf dem „AI for Good Global“ – Gipfel 2026 der ITU (7.- 10.Juli) in Genf in der Schweiz eingeführt.
Der Gipfel ist Teil der „Digitalen Woche“, in deren Rahmen eine Reihe von Veranstaltungen zur digitalen Zusammenarbeit stattfindet, darunter der erste durch die UN angeordnete globale Dialog zur KI Kontrolle.
Der Auftrag der „AI for Good Gobal Commission“ besteht darin, den Zugang zu KI zu erweitern und das öffentliche Vertrauen in KI auszubauen.
Diese Initiative bringt Führungskräfte aus Regierungen, aus der Wirtschaft und aus internationalen Organisationen zusammen, um die Erschließung des Potentials von KI über geeignete Wege voranzubringen.
Die neu gegründete Kommission wird eine wichtige Rolle in der globalen KI Landschaft spielen. Dies geschieht durch Vernetzung von führenden Akteuren, die die Technologien entwickeln, die diese in großem Maßstab einsetzen, die die Regeln gestalten und die Interessengruppen vertreten. Die Kommissionsmitglieder wollen dazu beitragen, zuverlässige KI-Lösungen sparten – und länderübergreifend zu entwickeln, und dabei die Beteiligung von Entwicklungsländern sicherstellen.
Ein Blick auf die Mitgliederliste dieser Kommission lässt den Rückschluss zu, dass die Mehrheit aus der Privatwirtschaft kommt, insbesondere aus den Big Tech – Unternehmen. Das größte Problem mit KI besteht heute jedoch genau in diesem von der Kommission bevorzugten Ansatz, der sich auf die speziellen Interessen der Big Tech –Unternehmen anstatt auf die Bedürfnisse der Menschen konzentriert.
Darüber hinaus erklärt die Kommission, dass ihre Aufgabe dem Allgemeinwohl diene. Die Kommissionsmitglieder versäumen jedoch, zu erläutern, was unter Allgemeinwohl zu verstehen ist.
Es scheint für jeden ganz klar zu sein, dass der CEO eines Big Tech-Unternehmens in erster Linie für den Nutzen des Unternehmens tätig ist, während das Wohlergehen anderer eine untergeordnete Rolle spielt. Es scheint ebenfalls für jeden klar zu sein, dass das Wohl der Aktionäre sogar noch bedeutender ist als das Wohl der Bevölkerung.
Deshalb hat es von vorneherein den Anschein, dass diese Kommission auf dem Holzweg ist, da das Wohl der Bevölkerung in den Hintergrund gedrängt wird. Die Feststellung dieser Tatsache schmälert nicht die guten Absichten der Kommissionsmitglieder. Einfach ausgedrückt stellt es die Grundlagen und Entstehungsumstände der Einsetzung dieses Gremiums infrage, die eine Ausrichtung nahelegen, die nicht unbedingt im besten Interesse der Bevölkerung liegt.
Wenn diesem Gremium wirklich das Wohl der Menschen am Herzen liegt, ist es unerlässlich, dass seine Mitglieder Allgemeinwohl genauer definieren. Zum Beispiel: KI für das Allgemeinwohl und für die Schaffung einer Welt ohne Kriege, die Kindern in Entwicklungsländern eine Zukunft frei von ständiger Gewalt ermöglicht. Oder KI für das Allgemeinwohl, indem Voraussetzungen geschaffen werden für den Kampf gegen den Klimawandel, für die Gewährleistung der Unterstützung von Landwirten, die mit großen Herausforderungen konfrontiert sind; zur Vermeidung künftiger Naturkatastrophen usw. KI für das Wohlergehen von Frauen und so weiter.
Ein weiteres Problem ist, dass dieser Kommission weder Mitglieder aus zivilgesellschaftlichen Organisationen noch aus dem öffentlichen Bildungssektor oder aus dem Bereich Open-Source-KI (gemeinnützige Organisation) angehören.
KI als Werkzeug zur Schaffung der Voraussetzungen für einen globalen Wandel
Im Gegensatz zur digitalen Technologie ist KI ein Werkzeug, das es den Menschen ermöglicht, etwas hervorzubringen. Möglichkeiten und Chancen zu erzeugen. Diese Technologie fordert uns dazu auf, unsere eigenen Lebensbedingungen und unsere Zukunft zu hinterfragen. In diesem Zusammenhang lautet gezielt die wichtigste Frage: Was genau wollen wir ins Leben rufen? In welcher Art von Welt wollen wir leben? Und wie wollen wir leben?
Ich glaube nicht, dass wir diese Kernfragen den CEOs einiger weniger Big Tech – Unternehmen überlassen sollten. Ich glaube, wir müssen einen Augenblick innehalten und über diese Fragen nachdenken.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben wir die Gelegenheit, uns diese Fragen gemeinsam zu stellen, und das müssen wir jetzt tun. Je länger wir das Nachdenken über unsere gemeinsame Zukunft hinausschieben, desto mehr Spielraum geben wir den Big Tech-Unternehmen, darüber zu entscheiden, wie wir in naher Zukunft leben werden. Außerdem wissen wir, dass das Wohl der Menschen für diese Big Tech-Unternehmen nicht an erster Stelle steht.
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Zu den Gründungsmitgliedern der „AI for Good Global Commission“ gehören:
- Ko-Vorsitzender: S.E. Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda
- Ko-Vorsitzender: Marc Benioff, Vorsitzender, CEO und Mitbegründer von Salesforce
- Stellvertretende Vorsitzende: Doreen Bogdan-Martin, Generalsekretärin der ITU
- S.E. Alar Karis, Präsident der Republik Estland
- S.E. Halla Tómasdóttir, Präsidentin von Island
- S.E. Zhaslan Madiyev, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung der Republik Kasachstan
- Julie Sweet, Vorsitzende und CEO von Accenture
- Denis Machuel, CEO der Adecco-Gruppe
- I. E. Lerato Dorothy Mataboge, Kommissarin für Infrastruktur und Energie, Afrikanische Union
- Andy Jassy, CEO und Präsident, Amazon.com
- Jack Clark, Mitbegründer und Leiter des Bereichs Public Benefit, Anthropic
- Lakshmi N. Mittal, Vorstandsvorsitzender, ArcelorMittal
- Jesper Brodin, Vorsitzende des „B-Teams“ und Seniorberaterin der IKEA Foundation
- Cécile Béliot, Geschäftsführerin der Bel Group
- Sunil Bharti Mittal, Gründer und Vorsitzender von Bharti Enterprises
- Aidan Gomez, Mitbegründer und Geschäftsführer von Cohere
- Vishal Talwar, Präsident von FedEx Dataworks und stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Chief Digital and Information Officer der FedEx Corporation
- Lu Zhang, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter, Fusion Fund
- will.i.am, Gründer und CEO, FYI.AI
- James Manyika, Präsident für Forschung, Labs, Technologie und Gesellschaft, Google und Alphabet
- Anthony Tan, Mitbegründer und Konzern-CEO, Grab
- Vivek Badrinath, Generaldirektor, GSMA
- Pater Eric Salobir, Präsident, Human Technology Foundation und Experte des Heiligen Stuhls
- David Schwimmer, Vorstandsvorsitzender der LSEG
- Brad Smith, stellvertretender Vorsitzender und Präsident von Microsoft
- Ralph Mupita, Vorstandsvorsitzender und Konzernpräsident der MTN Group
- I. E. Emma Theofelus, Ministerin für Informations- und Kommunikationstechnologie, Republik Namibia
- I. E. Dr. Bosun Tijani, Minister für Kommunikation, Innovation und digitale Wirtschaft, Bundesrepublik Nigeria
- Jensen Huang, Gründer und CEO, NVIDIA
- Christel Heydemann, CEO, The Orange Group
- Dr. Albert Bourla, CEO und Vorstandsvorsitzender, Pfizer
- Cristiano Amon, CEO und Präsident, Qualcomm Incorporated
- Mukesh Ambani, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer, Reliance Industries Limited
- André Hoffmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Roche Holding AG
- Ren Ito, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender, Sakana AI
- I. E. Josephine Teo, Ministerin für digitale Entwicklung und Information, Republik Singapur
- Chamath Palihapitiya, Gründer und CEO, Social Capital
- Alexander De Croo, Administrator, UNDP
- Khaled El-Enany, Generaldirektor, UNESCO
- I. E. Cina Lawson, Ministerin für Effizienz im öffentlichen Sektor und digitale Transformation, Republik Togo
- Margherita Della Valle, Konzern-CEO, Vodafone
- Daren Tang, Generaldirektor, WIPO
- Dr. Ngozi Okonjo-Iweala, Generaldirektorin, WTO
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Doris Fischer vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










