Die Auswirkungen der neuen Sanktionsmaßnahmen der US-Regierung unter Donald Trump, die die bestehende Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba weiter verschärfen, treffen das Gesundheitssystem der Karibikinsel unmittelbar und gefährden die Gesundheit der kubanischen Bevölkerung erheblich.

Die Behörden in Havanna haben kritisiert, dass die französische Reederei CMA CGM ihre Frachttransporte zur Insel nach der am 1. Mai von den Vereinigten Staaten erlassenen Anordnung eingestellt hat. Infolgedessen werden Dutzende von Containern mit Gütern für Kuba im Hafen von Kingston in Jamaika zurückgehalten, darunter eine Ladung mit über 3,5 Millionen Spritzen für das Gesundheitssystem der Provinz Santiago de Cuba.

Ana Teresita González, Sprecherin des kubanischen Außenministeriums, erklärte, die Verschärfung der US-Blockade erschwere die Ankunft lebenswichtiger Güter. Sie betonte zudem, dass „Kuba für niemanden eine Bedrohung darstellt“.

CMA CGM hat bestätigt, dass das Unternehmen aufgrund der von Washington verhängten neuen Beschränkungen Frachtbuchungen nach Kuba bis auf Weiteres aussetzt. Das Unternehmen kündigte an, seine Abläufe an die weitere Entwicklung der Lage anzupassen. Alternativ bietet CMA CGM seinen Kunden die Möglichkeit, die Container an den Herkunftshafen zurückzusenden oder die Fracht auf andere Reedereien umzuladen. Dies wäre mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd hat eine ähnliche Entscheidung getroffen und ihr Vorgehen an die von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen angepasst. Im kolumbianischen Hafen Cartagena de Indias hat die Reederei zwei Container mit Natriumvalproat in Tablettenform festgehalten. Dieses Medikament ist für die Behandlung von Epilepsie unverzichtbar. Die deutsche Reederei hält die Ladung zurück und weigert sich, die Sendung auszuliefern. Sie beruft sich dabei auf die strikte Einhaltung des US-Embargos, wie Medicuba S.A. anprangerte.

Das Vorenthalten dieses lebenswichtigen Medikaments gegenüber der kubanischen Bevölkerung stellt eine direkte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar, da Epilepsie eine kontinuierliche und ununterbrochene Behandlung erfordert, um Krampfanfälle und eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Patient:innen zu vermeiden. Damit gefährdet das Zurückhalten der Lieferung das Recht auf Leben und Gesundheit Tausender Menschen, darunter Kinder und ältere Menschen, unmittelbar.

Medicuba S.A. fordert Hapag-Lloyd auf, die Container unverzüglich freizugeben. Zudem macht das Unternehmen die internationale Gemeinschaft auf diesen vorsätzlich herbeigeführten Schaden aufmerksam und bekräftigt, dass die Blockade das größte Hindernis für den Zugang zu Medikamenten auf der Insel darstellt.

Die kubanische Regierung ist der Ansicht, dass diese Maßnahmen der Reedereien neue Hindernisse für den Außenhandel und die Versorgung der Insel schaffen, insbesondere bei lebensnotwendigen Gütern.

Quelle: www.occhisulmondo.info

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!