Bäume sind das einzige wirkliche Gegenmittel gegen den raschen Klimawandel.
Bäume sind für die Umwelt unverzichtbar, da sie durch Photosynthese Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben; sie verringern die Luftverschmutzung, indem sie Feinstaub binden, und mildern den städtischen Wärmeinseleffekt, indem sie Schatten spenden.
Pflanzen sind die wirksamsten Organismen, um den Anstieg des CO₂-Gehalts einzudämmen: Sie speichern große Mengen an Kohlenstoff in ihrem Holz und wirken so als „grüne Lunge“, die den Treibhauseffekt abmildert. Dank der Photosynthese produziert eine ausgewachsene Pflanze in einem Jahr genug Sauerstoff, um den Jahresbedarf von zehn Menschen zu decken, und kann – je nach Art – zwischen 20 und 50 Kilogramm Kohlendioxid aufnehmen.
Zudem wirken Bäume wie natürliche Filter: Ihre Blätter binden Schwermetalle, Ozon und Stickoxide und verbessern so die Qualität der Luft, die wir atmen. Ein ausgewachsener Baum kann zwischen 100 und 250 Gramm Feinstaub aus der Luft binden. Ein einziger Hektar Wald filtert jährlich etwa 20 Kilogramm Staub und Smog aus der Luft; diese Zahl ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass dies in Mailand mit seinen 1.700 Hektar Grünflächen einer Beseitigung von 30 Tonnen Feinstaub entspricht.
Schließlich stabilisieren die Wurzeln den Boden und verringern die Erosion; sie nehmen Regenwasser auf – und mindern so die Überschwemmungsgefahr – und beugen hydrogeologischer Instabilität vor, indem sie den Boden verankern, während sie gleichzeitig die Artenvielfalt und das reibungslose Funktionieren der Ökosysteme fördern.
Im Grunde genommen – und entgegen dem, was uns ein Großteil der Technologiebranche hinsichtlich der Notwendigkeit technokratischer Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise weismachen will – sieht die Realität so aus, dass der Kampf gegen den Klimawandel und die Eindämmung der Wüstenbildung über das Pflanzen von Bäumen führen. Von vielen Bäumen.
Dies ist der Standpunkt Chinas, das am 1. Januar 1978 das „Three-North Shelterbelt Program“ [„Schutzgürtel der drei Norden“] ins Leben gerufen hat, um die Waldbedeckung im Norden des Landes auf einem Gebiet, das 13 Provinzen umfasst und sich über insgesamt mehr als 4 Millionen Quadratkilometer erstreckt, zu vergrößern. Dieser von der Kommunistischen Partei Chinas initiierte Plan soll bis 2050 abgeschlossen sein; bis dahin sollen 100 Milliarden Bäume entlang eines sich über etwa 4.500 Kilometer erstreckenden Gürtels gepflanzt worden sein, um degradierte Flächen wiederherzustellen. In den betroffenen Gebieten – wie am Rande der Taklamakan-Wüste – erreicht dieser Grüngürtel stellenweise eine Breite von mehr als einem Kilometer.
Es gilt als das weltweit größte Wiederaufforstungsprojekt und erstreckt sich derzeit über 13 Provinzen im Norden Chinas, wobei es eine Fläche von der Größe Deutschlands einnimmt.
Untersuchungen zeigen, dass bis zum Jahr 2100 die Hälfte der Landfläche der Erde aus Trockengebieten bestehen wird; deshalb zielt die „Große Grüne Mauer“ darauf ab – und leistet bereits einen Beitrag dazu –, die Bodenerosion einzudämmen, den Klimawandel zu bekämpfen und das Vordringen der Wüsten Gobi und Taklamakan zu bremsen, um so landwirtschaftliche Betriebe, Dörfer, Straßen und Eisenbahnstrecken zu schützen. Dieses Programm wurde konzipiert, um fruchtbare Böden zu erhalten, die Häufigkeit und Intensität verheerender Sandstürme zu verringern und die Auswirkungen von Dürren abzumildern.
Der auf 72 Jahre angelegte Entwicklungsplan wurde in drei separate Phasen unterteilt; nach seiner Fertigstellung wird sich die Waldbedeckung des Gebiets von 5,05 % auf 14,95 % verdreifacht haben. Die Zwischenergebnisse sind sehr zufriedenstellend: Das Vordringen der Wüste wurde gestoppt, die von Bodenerosion betroffenen Gebiete wurden um zwei Drittel reduziert und die Kohlendioxidaufnahmefähigkeit hat zugenommen. Die positiven Auswirkungen sind auch über das betroffene Gebiet hinaus spürbar: Dank dieses Projekts hat sich die Luftqualität verbessert, unter anderem auch in Peking. Diese Bemühungen haben dazu beigetragen, dass der nationale Waldbedeckungsgrad Chinas von 10 % im Jahr 1949 auf über 25 % gestiegen ist.
Auch die landwirtschaftlichen Flächen profitieren davon: Da sie vor dem Sand der Dünen geschützt sind, steigt ihre Produktivität, insbesondere dank erhöhter Niederschlagsmengen, die auf die höhere Luftfeuchtigkeit in der Region zurückzuführen sind. Der daraus resultierende Aufschwung für die Forst- und Obstwirtschaft trägt zur Verbesserung des Lebensstandards von Dutzenden Millionen Menschen bei, die nun auf große Solar- und Windkraftanlagen in der Nähe der Wüste zählen können. Diese Anlagen erfüllen eine doppelte Funktion: Sie versorgen die Bevölkerung mit erneuerbarer Energie und dienen als Verankerungspunkte für die (neue) Vegetation, wodurch die landwirtschaftlichen Flächen geschützt werden.
Im Laufe der Jahre traten einige negative Auswirkungen zutage, wie beispielsweise eine Zunahme von Allergien in der Bevölkerung und eine geringe Überlebensrate der Bäume – insbesondere in der Anfangsphase des Projekts, nachdem schnellwachsende Arten gepflanzt worden waren, die für den Boden nicht geeignet waren.
Dies hat den Ausbau der „Großen Grünen Mauer“ jedoch nicht aufgehalten: Im Dezember 2025 hat eine Gruppe chinesischer Ökologen die Gesamtergebnisse der chinesischen Waldsanierungsbemühungen im Hinblick auf die Artenvielfalt quantifiziert und dabei festgestellt, dass diese Initiativen zu einer Ausweitung des Lebensraums von 73,6 % der Waldvogelarten geführt haben, wie die „China Science Daily“ berichtete. Dieses Ergebnis dürfte im Westen (Europa und USA) Neid wecken, da es dort in den letzten Jahren nicht gelungen ist, ernsthafte Maßnahmen in diesem Bereich umzusetzen.
Obwohl es diese Idee bereits zuvor gab [Anm. d. Übers.: Die Idee eines „grünen Damms“ wurde bereits 1971 von der algerischen Regierung ins Leben gerufen], ist die Afrikanische Union – wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten – in Sachen Wiederaufforstungspolitik dem Beispiel Chinas gefolgt und hat eine der ehrgeizigsten Umweltinitiativen der Welt ins Leben gerufen: die „Great Green Wall“, die Große Grüne Mauer Afrikas. Dieses Projekt sieht einen Baumgürtel vor, der sich über Tausende von Kilometern vom Senegal bis nach Dschibuti durch die gesamte Sahelzone erstreckt und an dem nicht weniger als 20 afrikanische Länder beteiligt sind (1). „Bislang hat das Projekt weniger als 10 % des Ziels von 100 Millionen Hektar abgedeckt, aber es kommt gut voran, um die Frist bis 2030 einzuhalten“, erklärte Moctar Sacande, Koordinator für internationale Projekte in der Abteilung für Forstwirtschaft der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), in einem ausführlichen Interview mit „Oltremare“. Er macht keinen Hehl aus seinem Optimismus: „Schließlich ist dieses Projekt von entscheidender Bedeutung für Millionen von Menschen sowie für die Stabilität der Region.“
Tansania hat damit begonnen, seine nationale Strategie in die ehrgeizige panafrikanische Initiative „Große Grüne Mauer“ zu integrieren, die von der Afrikanischen Union vorangetrieben wird. Unter der Schirmherrschaft der SADC (Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas) strebt das Land an, die Wüstenbildung zu bekämpfen, degradierte Böden zu sanieren und sich an den Klimawandel anzupassen. Der Nationale Aktionsplan (NAP) Tansanias wird nun von den Umweltbehörden geleitet, mit Unterstützung unabhängiger Berater und unter der allgemeinen Aufsicht des Koordinators der „Grünen Mauer“ sowie eines zentralen Teams aus Experten der SADC, der FAO und der Afrikanischen Union. Tansania war 2023 das dritte Land, das einen NAP ausgearbeitet hat.
China wird ausschließlich in negativem Licht dargestellt – sei es in Bezug auf den Mangel an Freiheit, die Ausbeutung von Arbeitnehmern oder umweltschädliche und extrem intensive land- und viehwirtschaftliche Praktiken. Dabei bietet China gerade in diesem Bereich ein Vorbild für den Rest der Welt, während sich die Wüsten ausbreiten und der Klimawandel die natürlichen Lebensräume zerstört.
Donald Trump, der die offensichtliche Realität des Klimawandels leugnet, täte gut daran, sich ein Beispiel an den chinesischen Kommunisten zu nehmen; allerdings ist er offenbar zu sehr damit beschäftigt, überall auf der Welt Kriege zu führen, um dies zu bemerken.
(1) Heute sind mehr als zwanzig Länder an dem Projekt beteiligt – Algerien, Burkina Faso, Benin, Tschad, Kap Verde, Dschibuti, Ägypten, Äthiopien, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Somalia, Sudan, Gambia, Tunesien und die Elfenbeinküste – und wird von der Weltbank, der Europäischen Union und der FAO unterstützt.
Quellen:
https://www.campagnamica.it/attualita/foreste-e-boschi-10-motivi-per-piantare-un-albero/
https://www.sardegnaforeste.it/notizia/limportanza-degli-alberi-troppo-spesso-trascurata
https://www.hdblog.it/green/articoli/n662670/grande-muraglia-verde-alberi-clima/
Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Anja Schlegel vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










