Mehr als 500 Menschen versammelten sich auf dem Gelände der Nzoia Cooperative in Likuyani im Westen Kenias, um den Internationalen Tag des Afrikanischen Kindes zu begehen.
Die Veranstaltung brachte Regierungsvertreter:innen, Nichtregierungsorganisationen, Privatunternehmen, Schulen und Gemeindegruppen zusammen. Organisiert wurde sie von afrikanischen Humanistinnen und Humanisten in Partnerschaft mit dem Safe Water International Ministry (SWIM), der Colgate Company und West FM Media sowie der Mwiba and Beatrice Telewa Primary School. Beteiligt waren außerdem Gemeindestrukturen wie Nzoia, Mwiba und Namunyiri Community Health Promoters, CMSG, CHC Boards sowie Mother to Mother, Young Mothers, Male Champion und Jugendhilfegruppen.

Der jährlich am 16. Juni begangene Gedenktag wurde 1991 von der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) ins Leben gerufen. Er erinnert an die Schulkinder, die 1976 in Soweto gegen die schlechte Qualität ihrer Bildung demonstrierten und ihr Recht auf Unterricht in ihrer eigenen Sprache einforderten.
Das Motto der diesjährigen Feier lautete: „Sicherstellung des universellen Zugangs zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für jedes Kind in Afrika.“
In Likuyani fanden Gruppensitzungen statt, in denen den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten wurde, über ihre persönliche Entwicklung und ihre psychische Gesundheit zu reflektierten, negative Belastungen abzubauen sowie Fortschritte und Herausforderungen zu bewerten und weitere Maßnahmen für eine gesunde Ernährung von Kindern zu planen.
Esther Mpesa, humanistische Aktivistin und Koordinatorin des Thematischen Rundes Tisches für Ernährung und Ernährungssouveränität des Humanistischen Weltforums, leitete gemeinsam mit dem Beauftragten für kommunale Gesundheitsfürsorge und Ernährungsberatung des Unterbezirks Likuyani, Oscar Juma, eine praktische Kochvorführung. Dabei wurde gezeigt, wie sich mit lokal verfügbaren Lebensmitteln nahrhafte Mahlzeiten zubereiten lassen. Darüber hinaus vermittelten sie Kenntnisse über die Bedeutung ausgewogener Ernährung und nährstoffreicher Lebensmittel.

Das Safe Water International Ministry (SWIM) schulte seinerseits die Teilnehmenden in der Herstellung von Chlor, der Wasseraufbereitung sowie der Verteilung und Lagerung von Wasser. Bei dieser Gelegenheit wurden mehr als 40 Anlagen zur Chlorherstellung an Gemeinden im gesamten Bezirk Kakamega übergeben.
Die Feier wurde mit Liedern, Tänzen und Theateraufführungen von Müttern und Schüler:innen fortgesetzt, die Gesundheitsbotschaften vermittelten. Anschließend wurden Preise an Schüler:innen und Mütter verliehen, die an einem Aufsatzwettbewerb zur Menstruationshygiene sowie an einem Kochwettbewerb teilgenommen hatten.

In mehreren Redebeiträgen wurde die Bedeutung des Zugangs zu sauberem Wasser, zu Sanitärversorgung, von Hygiene und gesunder Ernährung für die soziale und individuelle Entwicklung jedes Kindes hervorgehoben. Zu Wort kamen Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsministeriums, von SWIM, der afrikanischen Humanistinnen und Humanisten, der Colgate Palmolive Company sowie Lehrkräfte im Bereich Schulgesundheit. Ebenfalls sprachen Vertreter:innen der Ministerien für Landwirtschaft, Bildung sowie für Wasser und Bewässerung. Ergänzt wurden die Beiträge durch zentrale Botschaften der Ernährungsberaterin, der Gemeindegremien, von Müttervertreterinnen und kommunalen Gesundheitsförderer:innen.
Die Organisatoren zogen eine ausgesprochen positive Bilanz. Mitglieder der Gemeinden erwarben praktische Kenntnisse in der sicheren Wasseraufbereitung mithilfe von Anlagen zur Chlorherstellung (Chlorine Producing Units, CPU).
Zudem tauschten sich schwangere Frauen, stillende Mütter und junge Mütter über praktische Ernährungstipps und Rezepte aus, während Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über Menstruationshygiene und gesunde Ernährung vertieften.
Der Tag verband erfolgreich Reflexion, Kompetenzentwicklung, Schulung und gemeinsames Feiern – mit den Kindern im Mittelpunkt.
Die Gemeinden nutzten die Gelegenheit, um über die größten Herausforderungen für Kinder zu sprechen. Dazu zählt der Zugang zu guter Bildung, der Erhalt ihrer Gesundheit sowie ihr Schutz vor Gewalt und Missbrauch.
„Als Humanistinnen und Humanisten“, erklärte Esther Mpesa, „setzen wir uns gemeinsam mit anderen am Runden Tisch für geschlechtsspezifische Gewalt des Humanistischen Weltforums für ein gewaltfreies Umfeld, Gerechtigkeit und Chancengleichheit ohne Vorurteile ein – einschließlich der Wahrung der Kinderrechte.“
Außerdem fügte sie hinzu: „Am thematischen Tisch zur Ernährungssouveränität konzentrieren sich die Humanist:innen auf den Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln und deren gute Zubereitung aus lokal verfügbaren Zutaten für alle Gemeinschaften.“
Auf die soziale Situation in den Gemeinden angesprochen, erklärte Mpesa gegenüber Pressenza: „Die Gemeinden betreiben überwiegend Monokultur mit Mais. Die Mehrheit von ihnen arbeitet als Verwalter:innen landwirtschaftlicher Betriebe. Alkohol und andere Formen von Substanzmissbrauch beeinträchtigen das Wohlergehen der Kinder erheblich. Die Gelegenheitsjobs der Mütter nehmen so viel Zeit in Anspruch, dass die Kinder oft über lange Zeiträume mit leerem Magen zurückbleiben. Das wirkt sich schwerwiegend auf das Wohlergehen der Kinder Afrikas aus. Deshalb soll dieser Tag das Bewusstsein der Gemeinschaften für eine angemessene Fürsorge und Erziehung der Kinder stärken, um eine bessere Zukunft für sie zu gewährleisten.“
Feier des Afrikanischen Kindertages in Shauri Moyo, Nairobi
Shauri Moyo ist ein einkommensschwaches Stadtviertel von Nairobi und zählt zu den ältesten Bezirken der kenianischen Hauptstadt. Auch an der Shaurimoyo Comprehensive School wurde am 18. Juni der Internationale Tag des Afrikanischen Kindes begangen.
Anthony Oballah, Humanist und Co-Koordinator des Thematischen Arbeitskreises Sport für Frieden und Entwicklung des Humanistischen Weltforums, organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit weiteren Akteur:innen. Diese habe, so seine Worte, „Begeisterung und Freude unter den Kindern ausgelöst, die ihren Tag feierten und die Veranstaltung selbst gestalteten.“
Hier sind einige Bilder von der Veranstaltung.
Hier eine Videoaufnahme.
Ein Appell zur Lösung der Kinderschutzkrise in Sri Lanka
Der srilankische Humanist Sherwin David verbreitet einen Appell zum Schutz der Kinder in seinem Land. Darin fordert er die neue Regierung auf, endlich Antworten auf die zahlreichen ungelösten Fälle zu geben, die bei den zuständigen Behörden anhängig sind.
Der vollständige Appell lautet:
„Die Krise im Bereich des Kinderschutzes in Sri Lanka hat sich verschärft.
Alarmierende Zahlen zeigen das Folgende:
- Fast 40.000 Beschwerden waren bis Ende 2024 bei der National Child Protection Authority (NCPA) unbearbeitet (Quelle: Jahresbericht des Rechnungshofes).
- Knapp 4.000 Fälle warteten Ende 2023 bei der Generalstaatsanwaltschaft noch auf Anklageerhebung (Quelle: Jahresbericht der Generalstaatsanwaltschaft).
- Mehr als 4.000 Verfahren mit bereits erhobener Anklage ziehen sich seit Jahrzehnten vor den High Courts hin (Quelle: Website der NCPA).
30 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas – sieben Millionen Menschen – sind Kinder unter 18 Jahren. Kinder sind die verletzlichste Bevölkerungsgruppe und verdienen in jedem Land den höchsten Schutz. Deshalb fordern wir Seine Exzellenz Anura Kumara Dissanayake, den Präsidenten von Sri Lanka, nachdrücklich auf, über bloße Rhetorik hinauszugehen und die nationale Kinderschutzkrise dringend zu lösen.
- Einrichtung einer präsidialen Task Force für Kinderschutz – bestehend aus einem Team unpolitischer Expert:innen mit internationaler Erfahrung in den Bereichen Kinderrechte und Kinderwohlfahrt
- Einrichtung einer spezialisierten Polizeieinheit zur zügigen Bearbeitung des Rückstaus bei Fällen von Kindesmissbrauch.
- Umsetzung des NCPA-Gesetzes Nr. 50 von 1998, das die NCPA unabhängig macht und aus der Zuständigkeit des Ministeriums für Frauen- und Kinderangelegenheiten herausgelöst.
Wir fordern die Regierung Sri Lankas auf, den Kinderschutz ins Zentrum ihrer nationalen Sicherheitsstrategie zu stellen, damit Kinder in einem Land aufwachsen können, das frei von Gewalt und Schädigungen ist.“
Link zur Unterzeichnung der Petition: https://c.org/zQ6sJzfVFS
Bangladesch kündigt neue Verpflichtungen zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder an
Gleichzeitig berichtet Maksuda Lisa vom Pressenza-Büro in Dhaka, dass in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, eine hochrangige südasiatische Minister:innenkonferenz stattfand. Sie bezeichnete diese als „einen bedeutenden Schritt zum besseren Schutz der Rechte besonders gefährdeter Kinder in der Region“.
Die Konferenz – so der Bericht – fand am 23. und 24. Juni 2026 statt und wurde gemeinsam von SAARC, UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) organisiert. Die Veranstaltung brachte politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Kinderrechtsaktivist:innen aus ganz Südasien zusammen. Alle betonten die gemeinsame Dringlichkeit, eine menschlichere Welt für Kinder zu schaffen.
Im Anschluss an die Ergebnisse der Konferenz kündigte Bangladesch ein bahnbrechendes und ehrgeiziges Paket nationaler Verpflichtungen an, um sämtliche Formen von Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung gegenüber Kindern zu beenden, fügt die Journalistin hinzu.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier.
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










