Als die Bewegung 2006 gegründet wurde, gingen wohl nur wenige davon aus, dass wir zwei Jahrzehnte später noch immer da sein würden. Eine Gruppe ehemaliger palästinensischer Kämpfender und ehemaliger israelischer Soldat:innen beschloss, gemeinsam etwas aufzubauen – zu einer Zeit, als Trennung viel realistischer schien als Zusammenarbeit. Die Zweite Intifada war gerade erst zu Ende gegangen, und die Gewalt war noch in aller Erinnerung.
Wenn wir heute zurückblicken, erscheint uns nicht so sehr die Gründung von „Combatants for Peace“ als das Außergewöhnlichste, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Organisation zwanzig Jahre voller Konflikte, Besatzung, Krieg, politischer Umwälzungen und schwerer Verluste überstanden hat. Ganze Generationen sind mit wenig anderem als Gewalt, Vertreibung, Enteignung und Angst aufgewachsen. In all dieser Zeit haben sich viele gefragt, ob palästinensische und israelische Menschen wirklich zusammenarbeiten könnten, vor allem angesichts der Realität von Besatzung, Ungleichheit und der Verweigerung grundlegender Rechte.
Und doch hat unsere Bewegung Bestand gehabt, weil sie nie auf einer absoluten Einigkeit beruhte, sondern vielmehr auf einem gemeinsamen Engagement für Gewaltfreiheit und Menschenrechte und der Erkenntnis, dass keines der beiden Völker Freiheit, Würde oder Sicherheit auf Kosten des anderen erlangen kann.
Viele Gründungsmitglieder von „Combatants for Peace“ sind auch heute noch aktiv. Einige leiten weiterhin Programme, während andere sich nach wie vor an Veranstaltungen, Feierlichkeiten und Aktionen vor Ort beteiligen. Zu ihnen haben sich neue Generationen von Aktivist:innen, Pädagog:innen, Organisator:innen und Unterstützenden gesellt, doch das Prinzip, das sie vereint, bleibt dasselbe: Wandel ist möglich, Ungerechtigkeit muss bekämpft werden und eine andere Zukunft kann nur durch den gemeinsamen Kampf geschaffen werden, nicht durch Spaltung.
Drei Jahre nach Beginn einer der dunkelsten Zeiten für das palästinensische und das israelische Volk in der jüngeren Geschichte hat diese Überzeugung ihre härteste Bewährungsprobe bestehen müssen. Und trotz aller Prognosen wächst unsere Bewegung weiter – getragen von Menschen, die verstehen, dass unser aller Zukunft zusammenhängt und dass ein dauerhafter Frieden Gleichheit, Freiheit und Menschenrechte für alle erfordert.
Indem wir dieses Jubiläum feiern, würdigen wir nicht nur unsere Organisation, sondern auch eine Gemeinschaft, die wieder und wieder darauf bestanden hat – oft auch dann, wenn es schwierig, unpopulär und zutiefst persönlich war –, dass ein anderer Weg nach wie vor möglich ist.
Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Anlass, auf die Vergangenheit zurückzublicken, sondern auch, uns die Zukunft vorzustellen – und genau dafür werden wir in den nächsten Monaten Möglichkeiten schaffen. Wir planen eine Sommerkampagne, die die palästinensisch-israelische Zusammenarbeit vor Ort in den Mittelpunkt rückt, die größte digitale Veranstaltung zur globalen Solidarität in unserer Geschichte und ein internationales Treffen zur Olivenernte hier in Israel. Egal, ob du schon seit Jahren Teil dieser Bewegung bist oder erst seit Kurzem dabei bist, wir hoffen, dass du dabei sein kannst. Weitere Details und Informationen zur Teilnahme werden in Kürze bekannt gegeben.
Wir sind stolz darauf, was aus dieser Bewegung geworden ist, und noch mehr sind wir all jenen dankbar, die dazu beigetragen haben, sie so weit zu bringen. Auch nach zwanzig Jahren glauben wir weiterhin, dass das palästinensische und das israelische Volk etwas Besseres verdienen als Besatzung, Gewalt und Angst. Diese Überzeugung hat unsere Gründer:innen vereint und leitet unsere Arbeit auch heute noch.
Wir freuen uns darauf, dieses Jubiläum mit euch zu feiern und auch in den kommenden Jahren weiter mit euch zusammenzuarbeiten.
Combatants for Peace
Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










