Der US-amerikanische Dokumentarfilm „Bombshell“ von Regisseur Ben Loeterman und Produzentin Gaia De Simoni gehört zu den Hauptpreisträgern des 15. Internationalen Uranium Film Festivals 2026 in Rio de Janeiro. Er wurde mit der höchsten Auszeichnung des Festivals geehrt: dem Preis für den besten investigativen Dokumentarfilm. Die Preisverleihung fand am Samstag, dem 30. Mai 2026, in der Cinemateca des renommierten Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro (MAM Rio) statt.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:

„‚Bombshell‘ legt auf brillante Weise dar, welche Medienmanipulation nötig war, um die ‚Gute-Nacht-Geschichte‘ über die Atombombe zu erschaffen, die der Welt nach den US-Bombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki erzählt wurde. Der Film untersucht, wie die öffentliche Darstellung der Atombombe bereits vor dem Trinity-Test in New Mexico beeinflusst wurde und wie das, was wir als unumstößliche Wahrheit über die Bombe und ihren Einsatz im Zweiten Weltkrieg akzeptieren, in Wahrheit eine sorgfältig konstruierte Lüge ist. Regisseur Ben Loeterman und Produzentin Gaia De Simoni haben mit ihrem Dokumentarfilm einen brillanten Beitrag geschaffen, der den obskuren und meist ignorierten William L. Laurence ins Rampenlicht rückt. Laurence war Wissenschaftsjournalist der New York Times, am Manhattan-Projekt beteiligt und verfasste die ersten Berichte. Der Film verfolgt die vielen gescheiterten Versuche von Reportern, die wahre Geschichte der Zerstörung durch die Bombe an die Welt zu bringen, die Wirkung von John Herseys Artikel „Hiroshima“ im „New Yorker“ und wie die Regierung die ultimative Rechtfertigung dafür erfand, warum die USA die Bomben abwarfen – eine Geschichte, die heute die allgemein akzeptierte (falsche) Erzählung ist. „Bombshell“ ist ein temporeicher, stets fesselnder Film mit vielen atemberaubenden Enthüllungen. Er ist ein Meilenstein unter den Filmen und ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie wir uns in unsere derzeitige nukleare Sackgasse manövriert haben.“ Libbe HaLevy, Jurymitglied des International Uranium Film Festivals

Bombshell Award – Dankesreden

„Wir fühlen uns zutiefst geehrt, dass ‚Bombshell‘ beim Uranium Film Festival den Preis für den besten investigativen Dokumentarfilm erhalten hat. Diese Auszeichnung ist für uns von besonderer Bedeutung, da sich das Festival seit Langem für Filme einsetzt, die sich mit dem Atomzeitalter und seinen anhaltenden Folgen auseinandersetzen. „Bombshell“ erzählt die bemerkenswerte Geschichte von Journalisten, die sich der Geheimhaltung widersetzten und der Öffentlichkeit in einem entscheidenden Moment der Geschichte kritische Informationen zugänglich machten. Ihre Arbeit erinnert uns daran, dass investigativer Journalismus für die Demokratie unverzichtbar ist – insbesondere, wenn Regierungen und mächtige Institutionen es vorziehen würden, unangenehme Wahrheiten zu verbergen. Diese Auszeichnung gebührt den vielen Historikern, Journalisten und Beteiligten, die dazu beigetragen haben, diese Geschichte zum Leben zu erwecken. Wir sind der Jury und dem Publikum des Uranium Film Festivals dankbar, dass sie den Film so positiv aufgenommen haben und damit weiterhin wichtige Gespräche über nukleare Themen, Rechenschaftspflicht und die Rolle einer freien Presse anstoßen. Vielen Dank für diese große Ehre.“ Ben Loeterman, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor von „Bombshell“

Im Namen unseres gesamten Teams möchte ich dem Uranium Film Festival unseren aufrichtigen Dank dafür aussprechen, dass es „Bombshell“ mit dem Preis für den besten investigativen Dokumentarfilm ausgezeichnet hat. Als Filmemacher war es unser Ziel, nicht nur eine fesselnde historische Geschichte zu erzählen, sondern auch den Mut der Journalisten hervorzuheben, die daran glaubten, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Information hat. Ihre Entschlossenheit, der Wahrheit nachzugehen, findet auch heute noch Resonanz, da genaue Informationen und unabhängiger Journalismus für eine fundierte öffentliche Debatte nach wie vor unverzichtbar sind. Wir fühlen uns geehrt, dass „Bombshell“ beim Uranium Film Festival und beim Publikum auf so große Resonanz gestoßen ist. Das Engagement für die Erforschung der menschlichen, politischen und ökologischen Dimensionen des Atomzeitalters ist wichtiger denn je. Wir teilen diese Anerkennung mit allen, die zu diesem Film beigetragen haben, und mit dem Publikum auf der ganzen Welt, das sich mit seiner Botschaft auseinandergesetzt hat. Vielen Dank, dass Sie dazu beitragen, diese Geschichte und ihre anhaltende Relevanz bekannt zu machen.“ Gaia De Simoni, Produzentin von „Bombshell“

Bombshell

USA, 2025, Regie: Ben Loeterman, Produzenten: Ben Loeterman, Gaia De Simoni

Sprecherin: Ann Curry

Dokumentarfilm, Englisch, 80 Minuten

Der Film untersucht, wie die US-Regierung versuchte, die Wahrheit über das Manhattan-Projekt und die Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki während des Zweiten Weltkriegs zu manipulieren. Durch gezielte Einflussnahme auf die Presse zeichnete die Regierung ein wohlwollendes Bild der Atomwaffenpolitik und spielte die schrecklichen menschlichen Verluste der Bombenabwürfe herunter. „Bombshell“ beleuchtet die Bemühungen einer Gruppe unerschrockener Reporter, die Welt über die Wahrheit zu informieren. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.blpi.tv/bombshell/

Über das Festival

Seit 15 Jahren macht das International Uranium Film Festival (IUFF) mit unabhängigen Filmen und Expertenrunden rund um den Globus auf die Risiken der Atomkraft aufmerksam und setzt sich für nukleare Abrüstung ein. Im Oktober 2024 wurde es vom Hollywood MovieMaker Magazine zu einem der „25 coolsten Filmfestivals der Welt 2024“ gekürt. Im Jahr 2025 erhielten die Gründer des Festivals, Márcia Gomes de Oliveira und Norbert Suchanek, in New York City den renommierten „Nuclear-Free Future Award“ in der Kategorie Bildung. Das Uranium Film Festival richtet sich in Rio vor allem an die junge Generation.

IUFF-2026-Jurymitglied Libbe HaLevy ist Produzentin und Moderatorin von „Nuclear Hotseat“, einem wöchentlichen Podcast und Radiobeitrag zu Nuklearfragen aus einer anderen Perspektive. Libbe ist eine preisgekrönte Dramatikerin und Autorin des Buches „Yes, I glow in the dark! One Mile from Three Mile Island to Fukushima and Nuclear Hotseat“ sowie des Theaterstücks „Atomic Bill and the Payment Due“.

 

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!