Mit der ersten Ausgabe der „Our Ocean Conference“ auf afrikanischem Boden markierte Kenia einen wichtigen Meilenstein für den Meeresschutz des Kontinents. Bei dem Treffen kamen Regierungen, Wissenschaftler:innen, Umweltorganisationen und Vertreter:innen von Küstengemeinden zusammen, um darüber zu beraten, wie Afrikas Meeresgebiete vor Bedrohungen wie Plastikverschmutzung, Artenverlust, Überfischung und den Folgen des Klimawandels geschützt werden können.

Die Wahl Kenias als Austragungsort hatte eine große symbolische Bedeutung: Afrika verfügt über einige der artenreichsten Meeresgebiete der Erde, doch viele davon stehen unter zunehmendem Druck. Der westliche Indische Ozean, der die Küsten von Ländern wie Kenia, Tansania, Mosambik, Madagaskar und Somalia prägt, beherbergt Korallenriffe, Mangroven und Seegraswiesen. Diese Ökosysteme sind für Tausende Arten und für Millionen von Menschen, die von Fischerei und Tourismus leben, unverzichtbar.

Während der Konferenz betonten die afrikanischen Länder, wie wichtig die Umsetzung des internationalen Hochseeabkommens über die biologische Vielfalt der Meere außerhalb nationaler Hoheitsgebiete ist – ein globales Abkommen, das den Schutz von Meeresökosystemen, die keinem einzelnen Land zugehören, verbessern soll. Zudem wurden Verpflichtungen zur Ausweitung von Meeresschutzgebieten, zur Stärkung der wissenschaftlichen Forschung und zur Unterstützung der Fischergemeinden bekräftigt.

Eine der zentralen Botschaften des Treffens war, dass Meeresschutz und wirtschaftliche Entwicklung Hand in Hand gehen müssen. Für viele afrikanische Gemeinschaften ist der Ozean nämlich nicht nur ein Ökosystem, das es zu schützen gilt, sondern auch eine Quelle für Nahrung, Beschäftigung und kulturelle Identität. Aus diesem Grund fördern verschiedene Initiativen Modelle einer nachhaltigen „blauen Wirtschaft“, in der Aktivitäten wie verantwortungsvolle Fischerei, ökologischer Tourismus, die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern und saubere Energien Einnahmen generieren können, ohne die natürlichen Ressourcen zu gefährden.

Das Treffen richtete zudem den Fokus auf die Rolle junger afrikanischer Wissenschaftler:innen und Umweltaktivist:innen, die neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen Gesellschaften und dem Meer eröffnen. Von Projekten zur Wiederherstellung von Korallenriffen bis hin zu kommunalen Programmen zur Küstenüberwachung zeigen diese Initiativen einen wachsenden Trend: Afrika setzt nicht nur auf internationale Unterstützung bei der Bewältigung der Klimakrise, sondern übernimmt auch zunehmend eine Führungsrolle beim Schutz seiner eigenen Ökosysteme.

Auf einem Kontinent, dessen öffentliche Wahrnehmung häufig von Berichten über Konflikte oder wirtschaftliche Schwierigkeiten geprägt ist, erzählt dieser Fortschritt eine andere Geschichte. Afrika entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur beim Schutz eines der größten Schätze des Planeten: seiner Ozeane.

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!