Im Mittelpunkt des diesjährigen ECOSOC-Jugendforums – der größten jährlichen Jugendveranstaltung der Vereinten Nationen – stand eine lebhafte Diskussion, die von vier jungen afrikanischen Klimaaktivisten geleitet wurde.
Dabei wurde die Schlüsselrolle der afrikanischen Jugend bei der Umsetzung von Klimalösungen auf dem gesamten Kontinent, der Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften, der Verbesserung der Wassersicherheit und der Förderung lokaler Anpassungsmaßnahmen hervorgehoben. Ihre Überlegungen unterstrichen, dass Afrikas Jugend nicht nur auf die Klimakrise reagiert, sondern die Entwicklungsagenda durch Innovation, politisches Engagement und lokale Initiativen neu definiert. Die afrikanische Jugend beschreitet mutige neue Wege im Klimaschutz und prägt mit ihrer Vision und Entschlossenheit die Zukunft des Kontinents.
Afrika ist von der Klimakrise besonders stark betroffen: Der Kontinent erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt und ist unverhältnismäßig stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, obwohl er am wenigsten zu den weltweiten Treibhausgasemissionen beiträgt. Dies zeigt sich insbesondere in dem zunehmenden Druck, den der Klimawandel auf die Wasserressourcen und -systeme auf dem gesamten Kontinent ausübt. Da Wasser die Grundlage für Landwirtschaft, Lebensgrundlagen, Ökosysteme und Energieerzeugung bildet, verschärfen wasserbezogene Klimaauswirkungen Ungleichheiten und bedrohen die nachhaltige Entwicklung in ganz Afrika.
Die Teilnehmenden im Überblick
Eugenia Boateng ist eine auf die afrikanische Diaspora spezialisierte Strategin, Gründerin des African Diaspora Youth Hub (ADYH) sowie von FABA. Letzteres ist ein Produktionsstrategielabor, das Systeme entwickelt, die afrikanische Volkswirtschaften stärken, transparenter machen und ihre Entwicklung fördern. Der Fokus ihrer Arbeit liegt vor allem darauf, informelle Wirtschaftszweige in tragfähige institutionelle Strukturen zu überführen, Ressourcen der Diaspora mit der afrikanischen Produktion zu verknüpfen und Systeme zu entwickeln, die es ermöglichen, Werte auf dem Kontinent zu halten.
Jabri Ibrahim ist Experte für Klima- und Energiepolitik und verfügt über ein umfangreiches Netzwerk in ganz Afrika, das Jugendbewegungen, politische Entscheidungsträger:innen und Führungskräfte aus der Privatwirtschaft miteinander verbindet. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung der afrikanischen Jugend für den Klimaschutz, insbesondere durch die African Youth Initiative on Climate Change (AYICC).
Sibusiso Mazomba ist Aktivist, Fürsprecher und Forscher im Bereich Klimagerechtigkeit. Er koordiniert die politische Interessenvertretung der afrikanischen Jugend innerhalb der African Climate Alliance und führt Initiativen durch, die eine sinnvolle Beteiligung der Jugend an Entscheidungsprozessen sicherstellen sollen. Seit der COP26 ist er als Junior-Verhandlungsführer in der südafrikanischen Delegation bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) tätig. Er hat zu den Verhandlungen über Anpassung, Ozeane sowie Verluste und Schäden beigetragen und dabei die Interessen der Jugend und seines Landes auf internationaler Ebene vertreten.
Damon Hamman ist Doktorand der Internationalen Beziehungen an der New York University, wo er sich auf transnationale Sicherheit, Nachrichtendienste und Konfliktanalyse spezialisiert hat. In seiner Arbeit befasst er sich mit der Schnittstelle zwischen menschlicher Sicherheit, Diplomatie und datengestützter Politikforschung. Er arbeitete im Büro des Sonderberaters der Vereinten Nationen für Afrika, wo er einen KI-gestützten thematischen Analyseprozess für freiwillige nationale Überprüfungsberichte einführte. Zudem war er an der Ausarbeitung von Leitlinien beteiligt, die auf die Agenda 2030 und die Agenda 2063 der Afrikanischen Union abgestimmt sind. Darüber hinaus unterstützte er das diplomatische Engagement gegenüber afrikanischen Missionen.
Der Originalartikel ist hier verfügbar.
Die Übersetzung aus dem Französischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










