Wie die lokale Tageszeitung „Nordkurier“ am 23. Mai 2026 berichtet, läuft die Bevölkerung der 370 Einwohner zählenden Gemeinde „Sturm gegen neuerliche Raketenpläne“ und „der Landrat lenkt nun ein“.

Hintergrund ist ein Auftrag der Bundeswehr und damit der Regierung an das deutsche Unternehmen Polaris GmbH zur Entwicklung und Umsetzung eines zweistufigen Hyperschallflugzeugs. In dem kleinen Ort, im Norden der Insel Usedom gelegen, wollen die Verantwortlichen für Kriegsaktivitäten zu dem Zweck ein Forschungs- und Entwicklungszentrum einrichten. Das Gelände eigne sich besonders gut für Flugversuche, ließ die Bundeswehr wissen. „Der Rest sei geheim“, berichtet der Nordkurier.

Usedom und Peenemünde haben während des zweiten Weltkriegs bereits einschlägige Erfahrungen mit Forschungs- und Umsetzungsaktionen damals im Auftrag Adolf Hitlers und der hinter ihm stehenden Rüstungskriegsverbrecher gesammelt. Die als Hitlers Geheimwaffe V2 öffentlich gepriesene Rakete sollte den Krieg herumreißen und in einen Sieg der Wehrmacht verwandeln. Sie war unter Leitung des SS-Mannes Wernher von Braun in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde entwickelt worden und ihr Einsatz brachte Tausende Todesopfer beispielsweise in London und Antwerpen.

Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die diesbezüglichen aktuellen Rüstungsaktivitäten aufs engste mit der NATO-Führung abgestimmt sind. Sie verstoßen damit nach Auffassung von Historikern gegen den sogenannten Zwei-plus-Vier-Vertrag, der für die Zeit nach Abzug der sowjetischen Truppen aus der ehemaligen DDR festlegte, es dürfen keine NATO-Institutionen auf deren Gebiet installiert werden.

Die Gemeinde führt als Begründung für ihre Ablehnung der Pläne ins Feld, sie seien schädlich für den Tourismus in der Region. Der Bürgermeister, Ralf Turowski, hatte seine Entschlossenheit gegen die Raketenforschungspläne in seiner Gemeinde klargestellt durch seine Ankündigung seines Rücktritts bei deren Realisierung.

Ein ganz besonderes Geschmäckle bringen die Vorgänge mit sich, wirft man einen Blick auf das offiziell als „Startup“ bezeichnete Unternehmen Polaris GmbH. Es wurde 2019 als Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gegründet von Alexander Kopp, der zuvor als System-Ingenieur dort wirkte. Es handelt sich also um ein klassisches Beispiel einer Vorspiegelung falscher Tatsachen, die nur den Zweck verfolgt, für echte Startups von Kleinunternehmern gedachte Gelder umzulenken in Forschung und Kriegsvorbereitungen des westlichen Finanz- und Rüstungskapitals.