Am 23. und 24. Mai findet eine weitere offene Versammlung des Humanistischen Weltforums statt. Der Titel des Austauschs ist für die heutige Zeit zweifellos gewagt: „Aufbruch zur universellen menschlichen Nation. Mit gemeinsamen Aktionen voranschreiten, um eine Welt aufzubauen, die auf Solidarität und Gewaltfreiheit basiert.“

Gerade darin liege die Herausforderung, betonen die Organisatoren. Sie lassen sich weder von Hoffnungslosigkeit noch von Skepsis oder Untätigkeit entmutigen. Stattdessen richten sie den Blick auf die Zukunft und setzen auf konstruktive gemeinsame Aktionen – geleitet von der Vision einer universellen menschlichen Nation, die allen Menschen ein würdiges Leben ohne Gewalt und Diskriminierung garantiert.

Das Programm der fünften Vollversammlung

In einem hybriden Format, das Präsenztreffen mit virtuellen Verbindungen kombiniert und so Aktivist:innen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander vernetzt, wird die Versammlung nach einer Eröffnungszeremonie einige der Aktivitäten der thematischen Arbeitsgruppen vorstellen. Zu diesen Initiativen zählt ein inspirierendes Programm in verschiedenen Gefängnissen Kenias, das gemeinsam von den Arbeitsgruppen für Bildung und Innere Entwicklung getragen wird.

Außerdem wird über eine Initiative berichtet, bei der eine Gruppe von Künstler:innen, Journalist:innen und Landwirt:innen des Arbeitskreises für Musik, Kunst und Kultur durch Kenia, Tansania, Sambia und Malawi reiste. In Schulen, ländlichen Gemeinden, Kulturzentren und Kirchen präsentierten sie künstlerische und pädagogische Beiträge mit der kraftvollen Botschaft „Für ein Afrika ohne Grenzen“.

Nach der Vorstellung weiterer Aktivitäten der 20 Arbeitsgruppen des Forums sind Beiträge aus Asien, Europa, Lateinamerika, Afrika und Nordamerika vorgesehen. Diese beleuchten die Auswirkungen der aktuellen systemischen Krise in den jeweiligen Regionen. Anschließend folgt eine globale Einschätzung der Lage sowie eine Gruppenanalyse der notwendigen Schritte zur Überwindung eines anti-humanistischen Systems, das nicht das Wohlergehen und die Entwicklung des Menschen, sondern vielmehr die bloße Anhäufung von Reichtum und zügellosen Konsum in den Mittelpunkt stellt.

Als grundlegende Anregung für Reflexion und Austausch werden die Worte des Begründers des Universalistischen Humanismus, Silo, eingebracht. Ein audiovisueller Ausschnitt schafft dabei einen präzisen und zugleich poetischen Rahmen für die Vorstellung einer universellen menschlichen Nation – eines möglichen sozialen Mythos für eine Zeit, in der sich die erste planetarische Zivilisation der Geschichte herausbildet.

Der zweite Tag der Vollversammlung beginnt am Sonntag, dem 24. Mai, mit einer Zusammenfassung der in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Inhalte. Nach konzeptionellen Impulsen und der Darstellung zentraler Elemente des humanistischen Denkens folgt ein weiterer Austausch. Dabei diskutieren die Teilnehmenden die Fortführung und Weiterentwicklung der Arbeit in den verschiedenen Gruppen.

Die Themenbereiche des Humanistischen Weltforums, die stets offen für neue Initiativen sind, umfassen unter anderem Gesundheit, Menschenrechte, Sozialökologie, Bildung, Entkolonialisierung, Frieden und Abrüstung sowie Vorschläge für einen tiefgreifenden Wandel der Wirtschaftsordnung – einschließlich eines universellen Grundeinkommens – und den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Weitere Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit Revolutionen und psychosozialen Phänomenen, humanistischen Momenten und Haltungen in verschiedenen Kulturen, der Idee einer Weltbürger:innenversammlung, der Förderung von Frieden und Entwicklung durch Sport sowie mit Praktiken der inneren Entwicklung des Menschen.

Zu den neueren Themen gehören kreative Ansätze in Musik und anderen künstlerischen Ausdrucksformen als Mittel zur Sensibilisierung für Frieden und Gewaltfreiheit. Ebenso wird an Alternativen gearbeitet, um eine nachhaltige Ernährung und Ernährungssouveränität für die Bevölkerung zu gewährleisten.

In Zusammenarbeit mit der internationalen Nachrichtenagentur Pressenza werden auf dieser fünften Vollversammlung die Arbeitsgruppen für gewaltfreien Journalismus sowie für Politik und Geopolitik ins Leben gerufen. Sie sind von zentraler Bedeutung, um das Verständnis aktueller globaler Entwicklungen zu vertiefen und geeignete Lösungsansätze zu erarbeiten.

Das Humanistische Weltforum

Das Humanistische Weltforum versteht sich als offener Raum, in dem vielfältige Vorschläge entwickelt und Maßnahmen erarbeitet werden, die auf eine gleichzeitige soziale und persönliche Transformation angesichts der globalen Herausforderungen abzielen. Es zeichnet sich durch kontinuierliche Arbeit in verschiedenen Bereichen aus und hat das Ziel, unterschiedliche soziale, akademische und institutionelle Akteure miteinander zu verbinden, um Prozesse der Humanisierung voranzubringen.

Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme am Weltforum ist die Ablehnung von Gewalt sowie von diskriminierenden Ideen und Praktiken.

Zu dieser Versammlung werden – wie bereits in der Vergangenheit – Hunderte von Aktivist:innen, Organisationen und Kollektiven aus allen Kontinenten erwartet, die eine große kulturelle Vielfalt repräsentieren.

Die Veranstaltung wird simultan ins Englische, Französische, Spanische und Swahili gedolmetscht.

Um an der fünften Vollversammlung des Humanistischen Weltforums teilzunehmen und den Zugangslink für die virtuelle Teilnahme zu erhalten, registrieren Sie sich bitte unter:

https://us02web.zoom.us/meeting/register/Pl6zrqowQ3S7T8yyWKLg9g

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!