Auf Initiative des Büros des früheren griechischen Gesundheitsministers Andreas Xanthos kam eine sehr interessante Diskussion zum Thema Impfstoffe, Patente, die Haltung der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, die Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie zusätzliche bilaterale Vereinbarungen zustande.

Neben Xanthos nahmen an der Diskussion Dimitris Papadimoulis, Mitglied des EU-Parlaments, Professor George Papanikolaou, Policy Manager der European Public Health Alliance sowie Giannis Natsis und Apostolos Veizis von Ärzte ohne Grenzen teil. Einige wichtige Beiträge kamen von Katerina Antoniou, frühere Präsidentin der EOF (National Organization for Medicines) und Yannis Kalomenidis, Pulmologe und Leiter des Covid-19 Teams am Athener Evangelismos Krankenhaus. Moderiert wurde die Diskussion von Panos Papadopoulos.

In den Gespräch ging es um die folgenden Themen: die gemeinsame Impfstoffbeschaffung der EU-Länder; Patente und Impfstoffe; die geheimen Abkommen zwischen der EU und den Pharmaunternehmen; die allgemein fehlende Transparenz bei diesem Thema; das Unvermögen, mit dem aktuellen von der EU-Kommission aufgestellten Fahrplan den Impfbedarf abzudecken; die mangelnde Koordination zwischen den Staaten der Welt und dem von der WHO geschaffenen internationalen Patentpool und schließlich das Unvermögen, sich für einen alternativen Ansatz stark zu machen. Dieser ähnelt dem einer Initiative für Medikamente für vernachlässigte Krankheiten, bei der zum Nutzen der öffentlichen Gesundheit sowohl öffentliche als auch private Initiativen und Maßnahmen in ihren jeweiligen spezifischen Rollen zusammengeführt werden.

Die folgenden Vorschläge waren Ergebnis der Diskussion:

  1. MEP Dimitris Papadimoulis Bekenntnis, eine breitere europäische politische Front zu bilden, um für pharmazeutische und Impfstoffpatente einen anderen Status zu etablieren, insbesondere wenn ein Großteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit dem Geld europäischer Steuerzahler finanziert wird.
  2. In diesem Kontext steht der Vorschlag von Professor Yorgos Papanikolaou, Mittel für eine umfassende Untersuchung bereitzustellen, in welchem Maße öffentliche Gelder in pharmazeutische Forschung und Entwicklung geflossen sind, so dass wir alle in der EU erfahren, wo unsere Gelder geblieben sind und ob wir letztlich die Ergebnisse einer Innovation aufs Neue kaufen, für die wir bereits bezahlt haben. Wie Yorgos Papanikolaou sagte: „Wir sind das den europäischen Steuerzahlern schuldig.“

Die vollständige Diskussion steht nur auf Griechisch zur Verfügung.

Im vergangenen Sommer, bevor die Debatte über die Verfügbarkeit von Impfstoffen Fahrt aufnahm, entwickelte die griechische Gemeinschaftsinitiative Contentativa eine Videobotschaft, die sie mit dem Ziel an politische Entscheidungsträger in Griechenland schickte, ein Bewusstsein für Impfstoffpatente im Falle einer Pandemie zu entwickeln.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!