Die Hoffnung stirbt zuletzt

10.12.2020 - Günter Buhlke

Die Hoffnung stirbt zuletzt
(Bild von Weltnetz.tv)

Über 60 Jahre politische Drohgebärden, verbunden mit Sanktionen und Verleumdungen, den Entzug nationaler Reichtümer, haben es nicht vermocht, Lateinamerika vom selbstbestimmten Weg in eine würdige Zukunft abzudrängen.

Die Visionen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Würde sind starke Triebfedern. Die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Venezuela, Bolivien, vorher in Argentinien zeigen, welche Kräfte in der „demos demokratie“ stecken. Die Bevölkerung in Chile, Ecuador, Kolumbien u.a. Länder gibt sich mit den Zuständen des Neoliberalismus nicht zufrieden und sucht nach Alternativen.

Lateinamerika reiht sich konstruktiv in die Völkerfamilie der UNO ein und unterstützt aktiv die globalen Ziele der Weltgemeinschaft. Die erste atomwaffenfreie Zone der Welt wurde von lateinamerikanischen Ländern geschaffen. Der CELAC Verbund aus 23 Ländern Latein- und Mittelamerikas erklärte sich 2011 zu einer Friedenszone. In Europa kaum bekannt ist der erfreuliche Umstand, dass die Lateinamerikaner mit drei Ausnahmen etwa 200 Jahre keine Kriege gegeneinander geführt haben.

Nach Überwindung des Kolonialismus, der faschistoiden Etappe der Militärdiktaturen, die von den USA alimentiert wurden, haben die Generationen des Simon Bolivars, Emilio Zapatas, Jacobo Arbenz, Fidel Castros und Che Guevarras, Hugo Chávez u.v.a. Alternativen für die globalen Probleme des 20. und 21. Jahrhunderts gesucht und entwickelt. Sie stützen sich auf eigene Philosophien ihrer Altvorderen des BUEN VIVIR, oder in den Landessprachen des PACHAKUTI, SUMAQ KAWSAY, QHAPAQ NAN. Im März 2020 wurde in Mexiko ein Dokument veröffentlicht mit dem Titel: „Erstes Weltprogramm für das Leben der Mutter Erde und des würdigen Lebens der Menschheit“. Die russische Revolution von 1917 gab Impulse für die zeitgleiche Bauernrevolution in Mexiko.

Verfassungen Mexikos, Venezuelas, Boliviens, Ecuadors, Kubas geben für die europäischen und der US-amerikanischen Magna Charta Beispiele, wie ökologische, soziale und menschenrechtliche Werte berücksichtigt werden könnten.

Mit den Parlamentswahlen in Venezuela, Bolivien 2020 und Argentinien 2019 setzt Lateinamerika den zur Jahrtausendwende eingeschlagenen Weg des von Chávez initiierten ALBA – Prozess fort, wohl im vollen Bewusstsein, dass die westlichen Industrieländer ihre Kontrapositionen nicht aufgeben werden. Wie zu erwarten, lehnen die USA und ihre Vasallen der EU den Wahlprozess in Venezuela ab.

Die USA sehen in den Fortschrittsländern Lateinamerikas eine Bedrohung ihrer inneren Sicherheit und glauben im Recht zu sein, alle ihre diesbezüglichen interne Gesetze exterritorial anwenden zu dürfen. Das hat auch Wirkungen auf alle Drittländer, die mit den sanktionierten Ländern handeln. Sie werden von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA ausgeschlossen bzw. unterliegen ebenfalls den Sanktionen. Die Kontrolle über die Einhaltung der Sanktionen erfolgt über das Dollarmonopol, dass über die weltweit vernetzten US-Banken betrieben wird.

Die westlichen Industrieländer geben der eigenen Handlungsfreiheit, verbunden mit ihren militärischen und wirtschaftlichen Potenzen, einen erstrangigen Stellenwert. Sie vergessen dabei, dass der Gebrauch der Freiheit daran gebunden ist, dass kein Dritter Schaden erleidet. Das deutsche Grundgesetz, die Verfassung der USA haben das in gleicherweise als Norm formuliert.

Für die Zukunft der Weltwirtschaft hat die Sanktionspolitik verheerende Wirkungen. Das zu verändern können bis auf Proteste der Betroffenen nur die Verursacher selbst.

Die Wegrichtung, die die lateinamerikanischen Länder einschlagen, ist von der Grundlinie der Selbstbestimmung, der eigenen Nutzung der Bodenschätze, sowie der Schaffung würdiger Lebensbedingungen klar. Das Schrittmaß und die Einzelmaßnahmen können sie nur selbst unter Beachtung vorhandener konkreten Finanzierungsbedingungen, sowie der eigenen Fachkompetenzen für wirtschaftliche und technologische Aufgaben bestimmen. Gutachten und Beratungen von Experten des IWF sind mit großer Sorgfalt zu bewerten. Der ständige Dialog zwischen der Staatsführung und der Bevölkerung und der Wirtschaft darf nicht abbrechen.

Bei aller Sympathie für den Weg der Fortschrittskräfte und dem Wahlergebnis in Venezuela bleibt für Präsident Maduro die unvorstellbar schwere Aufgabe das tägliche Leben der Bevölkerung und die Handlungsmöglichkeiten der staatlichen, genossenschaftlichen und privaten Wirtschaft erfolgreich zu steuern. Venezuela befindet sich gegenwärtig in einer Art der Kriegswirtschaft, mit einer ungewollten Bürokratie, die die vielen kleinen Korruptionsfälle ermöglicht. Das Land erleidet notgedrungen einen Kommandostil und starke Kontrolle der Verwaltung.

Venezuela und andere lateinamerikanische Länder benötigen den starken Protest gegen die Sanktionspolitik und sie brauchen die humanistische Solidarität aus Europa.

Der Autor war lange Jahre Handelsrat der DDR in Venezuela und Attachè in Mexiko. Im November d.J. erschien sein Buch „Hat die Welt eine Zukunft?“ Verlag am Park, ISBN 978-3-947094-79-0

Kategorien: Politik, Südamerika
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