Die Entscheidung wurde von der LGBTI-Community Boliviens und internationalen Organisationen gefeiert.

Am vergangenen Freitag schrieb Bolivien Geschichte, als es sich zum ersten Mal dazu entschied, die eingetragene Partnerschaft von zwei Männern anzuerkennen – vor dem Hintergrund, dass eine bereits im Juli gefällte gegensätzliche Entscheidung von einem Gericht annulliert worden war.

„Für uns war das ein sehr wichtiger Schritt – denn auch wenn es ein Präzedenzfall für die Anerkennung eingetragener Partnerschaften ist, auch wenn sich die Entscheidung in erster Linie nur auf uns beide konzentriert – ist es ein Beispiel, auf dessen Grundlage man jetzt dafür kämpfen kann, dass es ein allgemeines Recht für die ganze Bevölkerung wird“, betonte David Aruquipa, der gemeinsam mit seinem Lebensgefährten die Nachricht der Bestätigung letzten Donnerstag erhielt – genau am Internationalen Tag der Menschenrechte.

Unter der Begleitung internationaler Medien trug der Rechtsstreit der beiden seine ersten Früchte im vergangenen Juli, als ein Urteil der zweiten Verfassungskammer in La Paz ihnen Recht zusprach und die administrative Entscheidung des Standesamts rückgängig machte, welches deren Antrag auf die offizielle Bestätigung einer freien Partnerschaft abgelehnt hatte.

In diesem Moment argumentierten die beiden Staatsbürger, dass der Gesetzestext der Verfassung, in der das Recht auf gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften nicht festgeschrieben ist, internationale Standards verletzt.

Diese Entscheidung öffnet die Tür zu einer Debatte über die Überarbeitung der Gesetze des Andenlandes zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

Die Entscheidung wurde von der LGBTI-Community und internationalen Organisationen gefeiert. Der Direktor der Human Rights Watch von Amerika, José Miguel Vivanco, bezeichnete die Maßnahme bei einer Pressekonferenz als einen großen Schritt in Richtung der Gleichheit vor dem Gesetz auf bolivianischem Gebiet.

Übersetzung aus dem Spanischen von Chiara Pohl vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!

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