Völlig inakzeptabel: Wiederaufnahme von Atomtests

05.06.2020 - Abolition 2000

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Griechisch verfügbar.

Völlig inakzeptabel: Wiederaufnahme von Atomtests
Atomtests 1945-1996 (Bild von CTBTO)

Die Jahreshauptversammlung des Globalen Netzwerkes zur Abschaffung von Atomwaffen (Abolition 2000 Global Network to Eliminate Nuclear Weapons) hat am 23. Mai einstimmig eine Erklärung [unten der vollständige Text] abgegeben.

Diese verurteilt die aktuellen Meldungen über Diskussionen im Weißen Haus zur Wiederaufnahme von Atomtests.  Als Folge der COVID-19-Pandemie musste „Abolition 2000“ zum ersten Mal seine Jahreshauptversammlung online abhalten. Damit konnten sich Teilnehmer aus etwa 40 Ländern treffen.

In der Erklärung wird davor gewarnt, dass eine Wiederaufnahme der US-Atomtests unweigerlich zur Wiederaufnahme von Tests durch andere Nationen führen würde. Solche Tests würden in jedem Fall gegen den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen verstoßen, der 1996 von den Vereinigten Staaten unterzeichnet wurde und dessen Inkrafttreten noch aussteht.

John Burroughs, Executive Director des Lawyers Committee on Nuclear Policy und einer der Verfasser der Erklärung, sagte: „Atomtests beschwören eine nukleare Apokalypse herauf, wie zu Zeiten des amerikanisch-sowjetischen Nahkampfes. Sie dürfen nicht wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig müssen wir erkennen, dass die Kapazitäten für eine bevorstehende Apokalypse nach wie vor bestehen und auch ohne Kernwaffentests aufrechterhalten und verbessert werden. Auch dem muss ein Ende gesetzt werden.

Daniel Ellsberg, ehemaliger US-amerikanischer Atomkriegsplaner und berühmter „Whistleblower“ der Pentagon-Papiere, sagte: „Erneute, von den USA initiierte Atomtests würden Indien, Pakistan und Nordkorea in die Lage versetzen, thermonukleare Sprengköpfe der ‚H-Bombe‘ zu testen und zu entwickeln, deren Einsatz aufgrund des bestehenden Testmoratoriums nicht möglich war.  Dann könnten sie sich den USA und Russland anschließen und der Welt mit der Fähigkeit drohen, einen nuklearen Winter, eine globale Hungersnot und das Beinahe-Aussterben der Menschheit zu verursachen.  Offensichtlich sollte keine Nation der Erde solch eine Macht besitzen.  Anstatt ihre Ausbreitung einzufordern, sollten die USA und Russland ihre eigenen Vernichtungsmaschinen weder instand halten noch ‚modernisieren‘, sondern sie sollten diese abbauen“.

Jackie Cabasso, Exekutivdirektor der Western States Legal Foundation und eine der Gründungsmütter von „Abolition 2000“, sagte: „Vor 25 Jahren haben wir das Globale Netzwerk „Abolition 2000“ zur Abschaffung von Atomwaffen mit einer 11-Punkte-Erklärung ins Leben gerufen, welche die Abschaffung aller Formen von Atomtests fordert.  Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wird das Moratorium für umfassende Atomtests mit Sprengstoffen weitgehend eingehalten.  Eine Wiederaufnahme solcher Tests durch die USA zu diesem Zeitpunkt würde die Grundlagen einer zunehmend fragilen Weltordnung erschüttern und die Bemühungen um die Abschaffung von Atomwaffen um Jahrzehnte zurückwerfen.  Das darf nicht passieren“.

Über „Abolition 2000″

Das Netzwerk „Abolition 2000“ wurde im April 1995 während der ersten Wochen der Konferenz zur Überprüfung und Verlängerung des Atomwaffensperrvertrags gegründet, als Aktivisten aus der ganzen Welt erkannten, dass die Frage der Abschaffung von Atomwaffen nicht auf der Tagesordnung stand.  Als internationales Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen, die sich für einen globalen Vertrag zum Verbot und zur Abschaffung von Atomwaffen einsetzen, steht das Netzwerk „Abolition 2000“ allen Organisationen offen, welche die Grundsatzerklärung „Abolition 2000″[1] unterstützen.

Über den Kernwaffenteststopp-Vertrag (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT)

Der 1996 zur Unterzeichnung aufgelegte Kernwaffenstopp-Vertrag verpflichtet die Staaten:

  1. Keine Kernwaffentests oder andere Kernexplosionen durchzuführen und jede derartige Kernexplosion an jedem Ort unter ihrer Gerichtsbarkeit oder Kontrolle zu verbieten und zu verhindern.
  2. Keine Kernwaffentests oder andere Kernexplosionen zu veranlassen, zu ermutigen oder in irgendeiner Weise an der Durchführung solcher Explosionen mitzuwirken.

23. Mai 2020

Völlig inakzeptabel: Wiederaufnahme der Kernsprengtests

Erklärung der Jahrestagung des Globalen Netzwerkes zur Abschaffung von Atomwaffen (Abolition 2000)

Die Wiederaufnahme von Atomtests ist absolut inakzeptabel. Selbst eine erneute Diskussion über Atomtests ist gefährlich destabilisierend. Berichten [2] zufolge gab es jedoch kürzlich im Weißen Haus Diskussionen darüber.

Eine Wiederaufnahme von Atomtests durch die USA würde zu Tests durch weitere Staaten führen – möglicherweise durch China, Russland, Indien, Pakistan und Nordkorea. Sie würde das sich abzeichnende nukleare Wettrüsten beschleunigen und die Aussichten für Verhandlungen über nukleare Rüstungskontrolle beeinträchtigen.

Ein Atomtest an sich ist bereits eine Bedrohung. Tests erzeugen Angst und Misstrauen und festigen die Abhängigkeit von Atomwaffen. Er würde die Welt eher von einer atomwaffenfreien Welt weg- als zu einer atomwaffenfreien Welt bewegen.

Atomwaffentests dürfen nicht durchgeführt werden und es darf keine Signale für ihre Möglichkeit geben. Stattdessen sollte der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen in Kraft gesetzt werden.

Dieses Vorkommnis steht im Zusammenhang mit der laufenden Aufrüstung durch die nuklear bewaffneten Staaten der Welt. Sie wird durch umfangreiche Laborforschung und -experimente unterstützt, die zum Teil als Ersatz für Funktionen dienen, die einst durch Atomtests abgedeckt wurden. Auch wenn wir fordern, dass solche Tests nicht wieder aufgenommen werden, müssen wir die Gefahren erkennen, die mit dem laufenden atomaren Waffengeschäft verbunden sind. Diese Gefahren sind heute für die Öffentlichkeit weitgehend unsichtbar und werden von den Medien kaum noch beachtet, aber sie sind real. Auch sie müssen angegangen werden, wozu letzten Endes eine weltweite Abschaffung von Atomwaffen erforderlich ist.

Im Auftrag der Generalversammlung verfasst von:

John Burroughs, Geschäftsführender Direktor, Rechtsanwaltsausschuss für Nuklearpolitik

Daniel Ellsberg, Autor von Die Weltvernichtungsmaschine: Bekenntnisse eines Atomkriegsplaners

Andrew Lichterman, leitender Forschungsanalyst, Western States Legal Foundation

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Anita Köbler vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 


[1]http://www.abolition2000.org/en/about/founding-statement/
[2] https://www.washingtonpost.com/national-security/trump-administration-discussed-conducting-first-us-nuclear-test-in-decades/2020/05/22/a805c904-9c5b-11ea-b60c-3be060a4f8e1_story.html

Kategorien: Frieden und Abrüstung, International, Pressemitteilungen
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