Papst und spanischer König sollen sich bei Mexiko entschuldigen

30.03.2019 - Humanistischer Pressedienst

Papst und spanischer König sollen sich bei Mexiko entschuldigen
Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador – hier bei einer anderen Rede – fordert von Spanien und dem Papst eine Entschuldigung für die grausame Eroberung seines Landes. (Bild von Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0)

Im Jahr 2021 jährt sich die Eroberung Mexikos durch Spanien zum 500. Mal. Im Zuge dessen fordert der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador in Briefen jeweils den spanischen König Felipe VI. und Papst Franziskus dazu auf, sich für die Gräueltaten der Eroberung mit Schwert und Kreuz zu entschuldigen. Spanien hat eine Entschuldigung bereits abgelehnt. Eine offizielle Antwort aus dem Vatikan wird noch erwartet.

Auf Facebook veröffentlichte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador – nach seinen Initialen oft auch nur „AMLO“ genannt – eine von ihm gehaltene Rede zum 500. Jahrestag der Schlacht von Centla. In dem Ort im Bundesstaat Tabasco sprach Obrador von den Morden und Folterungen tausender indigener Menschen durch Spanier im Zuge dieser Schlacht, aber auch während der ganzen als „Conquista“ bekannten Eroberung Mexikos durch Spanien. Auch die Rolle der katholischen Kirche betonte er, die ihre katholischen Tempel auf den Tempeln vorspanischer Zivilisationen erbaute. Er erklärte, sowohl dem spanischen König Felipe VI. als auch Papst Franziskus jeweils einen Brief geschrieben zu haben. Darin lädt der mexikanische Präsident sie ein, die Geschichte der spanischen Invasion und die Leiden der ursprünglichen Bevölkerung gemeinsam aufzuarbeiten und sich für diese und weitere zu Beginn der Unabhängigkeit Mexikos verübte Verbrechen zu entschuldigen.

Er betonte, dass diese Forderung nicht spalten, sondern zur Verbrüderung beitragen solle. Auch Obrador plant, sich im Namen der mexikanischen Regierung zu entschuldigen. Für die Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, die Auslöschung der Maya und Yaqui und die vielen tausend Toten chinesischen ArbeiterInnen im Zuge der Revolution.
Als Termin für die gemeinsame Entschuldigung schlägt er den 500. Jahrestag des Falls von Tenochtitlán vor.

Nach Berichten der BBC lehnt Spanien die Entschuldigung ab. Während Obrador in seiner Rede die Menschenrechtsverletzungen und Morde während der Eroberung mit Schwert und Kreuz („La llamada Conquista se hizo con la espada y con la cruz“) aufzeigt, erklärt das spanische Außenministerium, dass sich die Ankunft der Spanier vor 500 Jahren im Gebiet des heutigen Mexiko nicht mit heutigen Maßstäben messen lasse. Die verbrüderten Länder hätten ihre gemeinsame Vergangenheit immer ohne Groll sehen können. Auch biete Spanien an, mit der mexikanischen Regierung weiter an einer Intensivierung der freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zu arbeiten.

Laut dem spanischen Nachrichtenportal 20minutos ist die spanische Parteienlandschaft gespalten. Während konservative Christdemokraten wie Partido Popular und die rechte Partei Vox eine Entschuldigung ebenfalls ablehnen, gibt die Bewegung Podemos dem Präsidenten recht.

Die katalanische Tageszeitung La Vanguardia erklärt, Obrador habe zur Absage Spaniens noch nicht Stellung genommen. Allein wies er dort – wie auch auf seinem Facebook-Profil – Vorwürfe des spanischen Außenministeriums zurück, wonach er den Inhalt seines Briefes an Felipe VI. veröffentlicht haben soll.
In Bezug auf den Vatikan hofft das mexikanische Staatsoberhaupt noch auf eine Entschuldigung des Papstes an sein Land. Dieser hatte sich bereits einmal für die Verbrechen gegen die indigene Bevölkerung im Zuge der „Conquista“ Amerikas entschuldigt.

Kategorien: Indigene Völker, Südamerika
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