„Aufreger Integration?“ – Podiumsdiskussion

20.02.2017 - Sabine Schmitz

„Aufreger Integration?“ – Podiumsdiskussion
(Bild von pixabay)

Presseaussendung Demokratiezentrum Wien und Clusters Konflikt-, Friedens- und Demokratieforschung (CPDC) 20.2.2017

Der Österreichische Forschungscluster Conflict-Peace-Democracy Cluster (CPDC) veranstaltet am Dienstag, 21. Februar 2017, 18 Uhr (Wiener Ringturm, Schottenring 30, 1010 Wien) eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Aufreger Integration“ ?

Österreich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten unbestreitbar zu einem Einwanderungsland entwickelt. Dabei haben sowohl die europäische Freizügigkeit als auch die Zuwanderung aus dem außereuropäischen Ausland und die gestiegenen internationalen Fluchtbewegungen nicht nur zu neuen gesellschaftlichen Herausforderungen, sondern auch zu einem intensivierten, und vielfach polarisierten öffentlichen Diskurs zum Thema Integration beigetragen.

Vielen Diskussionen ist gemein, dass die beteiligten Akteure nicht miteinander, sondern übereinander reden. Inhaltlich stehen Forderungen nach Anpassung bzw. Eingliederung der Zugewanderten einerseits der Hervorhebung pluralistischer Konzepte andererseits gegenüber, die die freiheitliche Gestaltung der individuellen Lebensführung betonen. Diese Freiheit ist allen Personen unabhängig von ihrer Herkunft zuzugestehen. Zudem sind Diskussionen zum Thema Integration nicht selten von der Befürchtung geprägt, dass Flucht und Migration zu einer unumkehrbaren Veränderung der Lebensverhältnisse nicht nur der Flüchtlinge und ZuwanderInnen, sondern auch der weiteren österreichischen Gesellschaft führen.

Angesichts der Komplexität des Themas läuft eine Integrationsdiskussion, die sich in der Wiederholung polemischer und symbolischer Kontroversen erschöpft, nicht nur Gefahr, gedachte Trennungen und Vorurteile zu zementieren, sondern riskiert auch, ihr Publikum durch stetige Wiederholung zu ermüden. Sie kann so wenig dazu beitragen, die Arbeit an konstruktiven Lösungsvorschlägen zu unterstützen. Wie aber können wir eine Auseinandersetzung mit dem Thema Integration so gestalten, dass unterschiedliche Vorstellungen, Zielsetzungen und Erwartungshaltungen konstruktiv angesprochen und auf ihre Vereinbarkeit hin überprüft werden können? Welche unterschiedlichen Integrationsmodelle gibt es, und inwieweit lassen diese sich auf einen gemeinsamen Nenner bzw. Konsens hin fortentwickeln? Wie könnte so ein Konsens aussehen?

Die Podiumsdiskussion Aufreger Integration? des Clusters Konflikt-, Friedens- und Demokratieforschung (CPDC) setzt es sich zum Ziel, sowohl die bestehenden Herausforderungen als auch konstruktive Ansätze der Integrationsarbeit vorzustellen und zu hinterfragen. Im Rahmen des Podiums stellen VertreterInnen von Interessenverbänden, der Medien, Zivilgesellschaft und Forschung alternative Integrationsansätze vor und diskutieren mögliche Trennlinien und Gemeinsamkeiten. Dabei soll insbesondere die Betrachtung bisheriger Erfolge und Dilemmata in der österreichischen und europäischen Integrationsarbeit dazu beitragen, die Fragestellung zu konkretisieren und pragmatische Vorschläge zu entwickeln.

Es diskutieren:

Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative Muslimischer ÖsterreicherInnen (IMÖ)

Karin Bischof, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung (IKF), Forschungsschwerpunkte: Integration und Vorurteilsbildung, Geschlechterforschung und politische Theorie

Gertraud Diendorfer, Leiterin des Demokratiezentrums Wien; Arbeitsschwerpunkte: Demokratieforschung, Migration, Integration, Politische Bildung und Minderheiten

Heiko Heinisch, Institut für Islamische Studien in Wien; Forschungsschwerpunkte: Menschenrechte, Islam, Antisemitismus

Joseph Marko, Professor für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz

Düzen Tekkal, Journalistin und Kriegsreporterin

Moderation:

Andrea Warnecke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK); Forschungsschwerpunkte: Peacebuilding, Internationale Organisationen, Flucht und Migration

Der Österreichische Forschungscluster Konflikt-, Friedens- und Demokratieforschung (CPDC)

Der seit Anfang 2011 bestehende Conflict-Peace-Democracy Cluster (CPDC) umfasst das Demokratiezentrum Wien, das Institut für Konfliktforschung in Wien, die Karl-Franzens- Universität Graz und das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung in Stadtschlaining. Der Cluster wurde auf Initiative des Wissenschaftsministeriums zunächst an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt eingerichtet und ist seit 2016 an der Karl-Franzens-Universität Graz angesiedelt. Er verbindet Forschungsaktivitäten im Spannungsfeld von Konflikt, Frieden und Demokratie sowohl auf der innergesellschaftlichen als auch auf der internationalen Ebene. Der Cluster zeichnet sich zudem dadurch aus, dass seine Aktivitäten an der Schnittstelle von Forschung und Praxis angesiedelt sind, sodass Forschungsergebnisse direkt in Trainings, schulische und außerschulische Bildungsarbeit und Politikberatung einfließen können.

Kontakt

Gertraud Diendorfer: diendorfer@demokratiezentrum.org, 01 512 37 37-11

Ursula Gamauf-Eberhardt: gamauf@aspr.ac.at, 03355 2498 517

Brigitte Halbmayr: brigitte.halbmayr@ikf.ac.at, 01 713 16 40-12

Maximilian Lakitsch: maximilian.lakitsch@uni-graz.at , 06502012144

 

Mehr Information: http://demokratiezentrum.org/

Kategorien: Europa, International, Kultur und Medien, Pressemitteilungen, Vielfalt
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