Mit „Atomwaffeln“ gegen Atomwaffen

09.12.2016 - Berlin, Deutschland - Pressenza Berlin

Mit „Atomwaffeln“ gegen Atomwaffen
Die IPPNW Studierendengruppe Charité (Bild von IPPNW Studierendengruppe Charité)

Berliner Studierende der Charité Berlin fordern Atomwaffenverbot

Die IPPNW-Studierendengruppe der Charité äussert sich mit einem Waffelessen zu ihrem aufgezwungenen nuklearen Erbe. Darüberhinaus sammelten sie Spenden für Geflüchtete.

Noch immer gibt es weltweit mehr als 15.000 atomare Sprengköpfe. Auch in Deutschland: In der Eifel lagern US-Atomwaffen. Schon ein einziger dieser Sprengköpfe kann – auch durch einen Unfall – Hunderttausende töten und unzählige weitere, auch Jahre später geborene Kinder schädigen.

Unsere Generation lehnt dieses nukleare Erbe ab.

Wir nehmen andere Menschen nicht als potentielle Feinde wahr, sondern begegnen uns gegenseitig auf Augenhöhe. Unsere Verbundenheit hat das Potential, festgefahrene Machtstrukturen und ideologische Mauern zu überwinden. Als junge Medizinstudierende fordern wir unsere Bundesregierung entschieden auf, eine weltweite Ächtung von Atomwaffen zu unterstützen. Wir wollen die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren und mit Aktionen ein deutliches Zeichen für ein Atomwaffenverbot setzen.

Am 6. Dezember 2016 nahm die Studierendengruppe der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) an einer bundesweiten Aktion teil: Für Sach- und Geldspenden wurden „Atomwaffeln“ und Glühwein ausgegeben. Im Zuge der Speisung der hungrigen Studierenden und Mitarbeiter der Charité wurden ausserdem Unterschriften für eine Petition der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) gesammelt. Diese fordert Bundesaußenminister Steinmeier dazu auf, sich für ein Verbot von Atomwaffen einzusetzen.

Atomwaffel

Atomwaffel

Etwa 100 Studierende unterschrieben die Petition, es wurden 20 Tüten mit Winterkleidung und 152,25 € Spenden gesammelt. Die Spenden kommen Projekten zugute, die Geflüchtete unterstützen. Die Sachspenden gehen an den Verein „moabit.hilft“, der gerade jetzt im Winter geflüchtete Frauen, Männer und Kinder, die teils stunden- und tagelang am LaGeSo in Berlin Moabit in der Kälte auf die Terminvergabe warten, mit warmer Kleidung versorgt. Die Geldspenden gehen an das „Chios Eastern Shore Response Team“ (CESRT), eine Organisation, die auf der griechischen Insel Chios ankommende Geflüchtete unterstützt.

Neben diesem Einsatz für die vielen Menschen, die auf der Suche nach einer sicheren Zukunft zu uns kommen, ist auch der für ein Verbot von Atomwaffen hochaktuell. Eine Mehrheit von 123 Staaten stimmte bei der UN-Vollversammlung am 27.10.2016 für Verhandlungen über ein solches Verbot. Im Gegensatz zu vielen chemischen und biologischen Waffen, Landminen und Streumunition sind diese nicht verboten beziehungsweise von der internationalen Gemeinschaft geächtet ­– obwohl der Einsatz von Atomwaffen einen Bruch des Völkerrechts darstellen würde. Die USA, Russland und die meisten Nato-Staaten lehnten dieses Verbot ab und wollen ihr nukleares Privileg erhalten. Deutschland unterstützt die Atommächte dabei.

„Nordkorea ist bereit, über ein weltweites Verbot von Atomwaffen zu verhandeln, Deutschland hingegen nicht. Wie kann das sein, wenn doch laut Forsa Umfrage 93% der Menschen in Deutschland für ein Verbot sind?”, so Kilian Runte, Medizinstudent und IPPNW-Mitglied aus Berlin.

„International Physicians for the Prevention of Nuclear War“ (IPPNW), übersetzt „Internationale Ärzte zur Prävention von Atomkriegen” engagiert sich weltweit für eine friedlichere, atomwaffenfreie und menschenwürdigere Welt. Die IPPNW hat 2007 die „Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ (ICAN) ins Leben gerufen.

Kategorien: Europa, Frieden und Abrüstung, Pressemitteilungen
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