Stimmung der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit ist gut, sie brauchen keine Bevormundung

17.12.2015 - Saarlouis - Pressenza Berlin

Stimmung der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit ist gut, sie brauchen keine Bevormundung
(Bild von asyl-saar.de)

Saarländischer Flüchtlingsrat zieht Bilanz: Trotz vieler Unkenrufe aus der Landespolitik – die Stimmung der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit ist gut und sie brauchen keine Bevormundung.

„Die ganze Diskussion mit den vielen Gutmenschen, die es gut meinen, wird in vier Wochen anders sein.“ Innenminister Klaus Bouillon (Saarbrücker Zeitung vom 11. September 2015).

„Wir wollen niemanden ausgrenzen, wir brauchen die Unterstützung des Ehrenamts. Aber wir müssen das Ehrenamt koordinieren.“ Die 280 Helfer könnten nicht einfach kommen, wann sie wollen. Sozial-Staatssekretär Stephan Kolling (Saarbrücker Zeitung, 9.10.2015).

„Es ist schon ziemlich befremdlich, wenn im Zusammenhang von Ehrenamtlern in der Flüchtlingsarbeit das Bild vermittelt wird, dass diese Menschen nicht unfallfrei geradeaus gehen könnten und deswegen durch Hauptamtliche betreut und von der Landesregierung koordiniert werden müssten.“, sagte Doris Klauck für den Saarländischen Flüchtlingsrat. Tatsächlich brächten die rund 2000 ehrenamtlich Engagierten eine Vielzahl an Talenten, Fähigkeiten sowie Wissen und Können ein. Bevormundungen bräuchten sie aber keine, weder von der Landesregierung noch von den Wohlfahrtsverbänden.

In regelmäßigen Abständen warnte in diesem Jahr die saarländische Landesregierung davor, dass Stimmung und Engagement bei den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit kippen könne. Doch Einsatz und Solidarität halten weiterhin an. Gleichzeitig versuchte die Landesregierung immer wieder diese Entwicklung für sich zu vereinnahmen und mit bürokratischen Vorgaben zu disziplinieren.

Doch die Zeiten paternalistischer Bevormundungen sind endgültig vorbei.

So die Bilanz des Saarländischen Flüchtlingsrates für das Jahr 2015 in puncto freiwilliger Helfer und Helferinnen in den Flüchtlingsinitiativen.

„Für das Flüchtlingslager Lebach wie für die Kommunen gilt: Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger wäre die Aufnahme der Flüchtlinge in diesem Jahr schlichtweg gescheitert.“, so Doris Klauck weiter: „Als Bremse wirkte zunehmend das reglementierende Eingreifen des Staates, insbesondere als das Sozialministerium im September 2015 mit der neugeschaffenen Stabsstelle die Koordinierung der Ehrenamtler übernommen hat.“ Vor allem die Bürokratisierung der Abläufe und Strukturen hätten zu viel Unmut geführt.

„Die Landesregierung offenbart ein zutiefst archaisches Verständnis von Ehrenamt.“, erklärte Roland Röder ebenfalls für den Saarländischen

Flüchtlingsrat: „Mehr denn je engagieren sich Menschen, aber sie machen es nicht in den vom Staat vorgegebenen Bahnen und auch jenseits von Parteien und Gewerkschaften.“ Stattdessen bauten sie auf Selbstorganisierung, Kooperation und die Kompetenz von Vielen.

Kategorien: Europa, Menschenrechte, Pressemitteilungen
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