Es gibt Momente verschiedenster Art (bei öffentlichen Treffen, in Momenten der Uneinigkeit, wegen impertinenten Lesern usw.), in denen wir uns fragen, warum wir diese internationale Presseagentur betreiben.

Warum machen wir Pressenza. Tja, das ist nicht schwer, es steht unter diesem Link geschrieben, es reicht, http://www.pressenza.com/de/uber-uns/ einzugeben, dort findet man die Antwort, sogar in sieben Sprachen.

Pressenza ist eine internationale Presseagentur zu den Themen Frieden, Gewaltfreiheit, Menschenrechte, Nichtdiskriminierung, Humanismus und Ähnliches. Es ist eine Agentur, die ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben wird, sie finanziert sich selber und hat es sich zur Aufgabe gemacht, unabhängige Nachrichten auf direktem Wege oder durch ein Netz von Medien zu liefern, die – ob groß oder klein – Partner in diesem gigantischen Unterfangen sind: die Welt aus einem anderen Blickwinkel heraus zu erzählen.

Diese Antwort ist zwar soweit zufriedenstellend, aber ich bin auf der Suche nach noch etwas Tieferem.

Warum eine Agentur zu Frieden, Gewaltfreiheit, Menschenrechte, Nichtdiskriminierung und Spiritualität in dieser so unbegreiflichen Welt voller Gewalt, Materialismus und Unsensibilität?

Was ist dieses Unterfangen naiver Idealisten, wenn doch alle korrumpierbar sind, alle einen Preis haben, alle sich der schlimmsten Missetaten schuldig machen, vielleicht sogar versteckt unter dem Deckmantel der guten Absichten?

Warum sich also engagieren und für wen, wenn es keiner wert ist, wenn alle gleich sind?

An diesem Punkt angelangt, den ich gut kenne, macht nichts mehr Sinn. „Ich befand mich in einem finsteren Wald, die ebene Straße war verschwunden…“

Und es ist genau von hier aus, dass ich die tieferliegende Antwort auf diese Frage finden kann.

Und die Antwort lautet heute: „Ja, darum!!“

Weil ich es bin, der – in einem freien Akt – die absolute Rebellion gegen das augenscheinliche Schicksal bekräftigen kann und sagen kann: „Es gibt noch eine Zukunft und sie hängt davon ab, wie ich handeln werde!!“.

Es gibt eine innere Kraft, die jedem menschlichen Wesen innewohnt und die ihn in Richtung Zukunft führt: in eine Zukunft, die gewollt ist, eine Zukunft, wie er oder sie sich sie vorstellt, eine Zukunft, die des menschlichen Wesens würdig ist.

Ich glaube nicht an die unheilvolle Prophezeiung der Selbstzerstörung, ich glaube nicht an die Katastrophe: jenseits all der Fehler, die der Mensch begangen hat, bin ich sicher, dass es die Menschheit schaffen wird, diesen großen Moment der Krise zu überwinden, einer Krise, die wie alle Krisen eine des Wachstums ist.

Und es ist die Zukunft, die meine Aktionen leitet.

Von diesem Gedanken ausgehend, meine ich, dass Pressenza eine Aktivität ist, die sehr gut meiner Notwendigkeit entspricht, in dieser Welt zu agieren, die vielen Mosaiksteinchen der Neuen Welt, die bereits existieren, sichtbar zu machen, einen Ort zu haben, an dem Menschen nachdenken und Meinungen austauschen können, an dem viele verschiedene Standpunkte miteinander in Dialog treten können, eine Chronik der kritischen Stimmen und der Demaskierung dieses gewaltsamen Systems, ein Umfeld des Experimentierens von wahrhaftiger Arbeit im Team, umfassend, partizipatorisch und liebevoll.

In diesen wenigen Jahren des Bestehens von Pressenza war und ist sie eine im Wachstum begriffene Realität, ein kleines Licht, dass die Zeiten ankündigt, die noch folgen werden. Ein notwendiges Licht, aufmüpfig, fröhlich, ein David angesichts eines riesigen Goliath. Dank an alle, die sie erbaut haben und somit einmal mehr bewiesen haben, dass niemand eine Hypothek auf die Zukunft hat, noch sie kaufen kann.

Übersetzung aus dem Italienischen von Evelyn Rottengatter